Aus für Lobau-Tunnel: Von "mutig" bis "enttäuscht"

Gespaltene Polit-Reaktionen: Lob von Grünen und ÖVP, Kritik hagelt es von SPÖ und FPÖ.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:33
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8244786_gre49gb_swe_lobautunnel_schaubild_schwe.jpg
Foto: ASFINAG

Kaum ein Mega-Projekt polarisiert derart wie der Lobau-Tunnel. Abgesehen einmal von der dritten Piste am Flughafen. Das bevorstehende Aus für den S1-Abschnitt zwischen Groß-Enzersdorf und Schwechat sorgt erwartungsgemäß für Jubel und Kritik – so auch im Raum Schwechat.

Anzeige

Die Bezirkssprecherin der Grünen und frühere Schwechater Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn spricht von einer „guten und mutigen“ Entscheidung ihrer Parteifreundin im Verkehrsministerium, Leonore Gewessler. Allerdings sei klar, dass es eine „Verkehrslösung für die Ostregion“ mit einem besseren Öffi-Angebot brauche.

Gut mit Gewesslers Entscheidung leben kann ÖVP-Teilbezirksobfrau Claudia Hofbauer. Die Pellendorferin sieht die zusätzliche Belastung der S1 durch den Mehrverkehr aus dem Norden mit Skepsis. „Die S1 kann jetzt schon nichts mehr aufnehmen. Wenn es sich dort staut, dann rollt der Verkehr durch Zwölfaxing und Pellendorf“, berichtet sie.

„Die S1 kann jetzt schon nichts mehr aufnehmen. Wenn es sich dort staut, dann rollt der Verkehr durch Zwölfaxing und Pellendorf“

Dass es einen (Straßen-) Ring um Wien geben muss, davon ist SPÖ-Landtagsabgeordneter Gerhard Razborcan überzeugt. Er hätte aber schon vor 20 Jahren eher auf eine Brücke gesetzt. Dass die Ministerin sich nun über sämtliche Behördenverfahren samt Genehmigung des Bauprojekts hinwegsetzt, ist für den Leopoldsdorfer „nicht nachvollziehbar“. Nachsatz: „Man muss sich schon auf die Experten in den Verfahren verlassen können.“

Etwas deftiger fällt die Kritik der FPÖ aus. So opfere Gewessler die Lebensqualität der Bürger in der Region sowie jene der Pendler auf dem grünen Altar, wettert Bezirksparteiobmann Werner Herbert. Denn das Aus des Lobau-Tunnels stehe auch für mehr Stau und auch „das verursacht CO₂“.

In der Stadt Schwechat nimmt man die Ministerinnen- Entscheidung „mit neutraler Gelassenheit zur Kenntnis“, wie Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) festhält. Man habe ohnehin keinen Einfluss und sei auch nie eingebunden gewesen. Durch den massiven Ausbau des Autobahnknotens wäre die Belastung für Feuerwehr, Rettung und Co. aber sicher gestiegen. „Es gibt sicher Vorteile, aber offensichtlich auch viele Nachteile“, hält Baier fest.

Umfrage beendet

  • Ist das Aus für den Lobau-Tunnel der richtige Schritt?