Serientäter erbeutete 70.000 Euro. Wegen Einbrüchen in Lanzendorf, Himberg und acht Mal in Leopoldsdorf musste sich Rumäne (48) vor Gericht verantworten.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 15. November 2020 (05:23)
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Das Besondere an den Taten hob Richter Manfred Hohenecker gleich zu Beginn der Verhandlung des Schöffensenats am Landesgericht Korneuburg hervor; und zwar, dass in vielen Fällen die Opfer während der Einbrüche, die ein 48-jähriger Rumäne im Zeitraum von Februar bis Juli 2020 beging, in ihren Häusern schliefen. Hohenecker wies auf die mögliche Traumatisierung der Opfer hin, für den Fall, dass diese während der Tat aufwachen sollten.

Dem konnten sowohl der Angeklagte, als auch dessen Verteidigerin Nora Friedle, entgegenhalten, dass er stets darauf geachtet hätte, dass das Licht in den Häusern aus sei. Auch nachdem er sich meist mittels Pflastersteinen Zutritt über Fenster oder Terrassentüren in Lanzendorf, Himberg oder Hennersdorf verschaffte, habe er immer abgewartet, ob er bemerkt worden wäre; was in mehreren Fällen auch passierte. „Er wollte keine Konfrontation mit den Opfern“, so Friedle. Leopoldsdorf wurde insgesamt acht Mal von dem Einzeltäter heimgesucht. Die Beute belief sich, inklusive einer Tat im steirischen Judenburg, auf stolze 70.000 Euro.

Angesichts acht einschlägiger Vorstrafen in Deutschland, Großbritannien und seiner Heimat Rumänien und einer bereits verbüßten Haftstrafe von achteinhalb Jahren tat sich Hohenecker schwer, positive Entwicklungen beim Angeklagten zu sehen, was ihn zu der Frage veranlasste: „Wollen’s bis zur Pension Häuser aufbrechen?“ Die relativ einsilbige Antwort des Rumänen lautete: „Ich hatte nie eine Chance mich zu ändern.“

Angeklagter war von Beginn an geständig

Das Schlussplädoyer von Staatsanwältin Andrea Zach fasste noch einmal die Sachbeweise, wie Fotos aus einer Wildkamera, den Rucksack des Angeklagten mit Einbruchswerkzeug, DNA-Spuren und der Verschlag, in dem die Beute versteckt war, zusammen. Darüber hinaus war der Angeklagte von Beginn an geständig. Der Schöffensenat verurteilte ihn schließlich rechtskräftig zu vier Jahren unbedingter Freiheitsstrafe. Richter Manfred Hohenecker fügte etwas desillusioniert an: „Man hätte Ihnen auch das Doppelte geben können.“