Streit wegen Müll endete vor Gericht. Auseinandersetzung – inklusive einer gebrochenen Nase – in Waldstück hatte für 18-Jährigen aus der Region Schwechat Folgen.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 27. Dezember 2020 (06:48)
APA (Symbolbild)

Jugendliche Rivalitäten führten am 3. Mai dieses Jahres in einem Waldstück zu wüsten Beschimpfungen, Faustschlägen, einem ausgerissenen Haarbüschel und einer gebrochenen Nase. Als Verursacher war ein HTL-Schüler (18) am Landesgericht Korneuburg angeklagt. Dem Ganzen zugrunde liegen dürfte ein schon länger schwelender Konflikt zwischen dem Freundeskreis des Beschuldigten und dem des Opfers.

Der Auslöser der nunmehr vor Gericht behandelten Auseinandersetzung war eine Streitigkeit um die Müllbeseitigung an dem beliebten Treffpunkt im Wald. Warum es zu so einem heftigen Streit kam, dass der 18-Jährige seinem Opfer mit dem Fuß ins Gesicht trat und ihm das Nasenbein brach, konnten weder der Angeklagte noch die Zeugen schlüssig beantworten.

Jedenfalls folgte auf den Tritt eine Schlägerei, bei der zwei Schwestern, Bekannte des Opfers, mit Faustschlägen auf den HTL-Schüler losgingen und ihn bespuckten. Schließlich hatte eine der jungen Frauen ein Haarbüschel in ihrer Hand, dessen Herkunft in der Verhandlung allerdings nicht geklärt werden konnte. Als die Mitglieder der rivalisierenden Gruppen mit den Fahrrädern das Waldstück verließen, beschränkte sich die Auseinandersetzung „nur noch“ auf grobe Beschimpfungen.

Staatsanwaltschaft bot Diversionszahlung an

Beim Opfer wurde im Landesklinikum Wiener Neustadt ein gerader Bruch des Nasenbeins diagnostiziert, der, so die Aussage des Opfers, nach drei bis vier Wochen verheilt war. Das geforderte Schmerzensgeld von 500 Euro wurde vom Beschuldigten beziehungsweise dessen Vater anerkannt.

Eine überraschende Wende nahm die Verhandlung vor Richter Franz Furtner, als Staatsanwalt Peter Zimmermann dem 18-Jährigen eine Diversion anbot. Und dass, obwohl der junge Mann bereits 2018 wegen einer Körperverletzung eine Diversion erhielt. „Einsperren will ihn eh keiner“, brachte es Zimmermann auf den Punkt und forderte als Bedingung ein Anti-Gewalt-Training, dem der Schüler zustimmte. Nicht unerwähnt ließ Richter Furtner, dass der 18-Jährige Glück hatte ein zweites Mal eine Diversion zu erhalten und ergänzte die Anordnung, um die Beistellung einer Bewährungshilfe.