Roter Online-Appell an die Gerechtigkeit. Traditionsreicher Fackelzug der Schwechater Stadt-SPÖ war Lockdown-bedingt am Freitag nicht möglich. Polit-Reden, die sonst vor dem Rathaus stattfinden, wurden daher live auf Facebook übertragen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 04. Mai 2021 (04:15)

„Und ich sage voller stolz: Freundschaft.“ Mit diesem Worten beendete Willi Mernyi, seines Zeichens Chef-Sekretär des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), am Abend des 30. April seine Fackelzug-Rede in Schwechat. Eine direkte Reaktion auf seine wortgewaltige Abrechnung mit der türkisen ÖVP, der „Kaltherzigkeit“ von Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie Großkonzernen und „Gstopften“, die es sich immer richten, blieb allerdings heuer aus.

Denn Lockdown-bedingt musste die Stadt-SPÖ ihren Fackelzug erneut absagen. Stattdessen wandten sich Mernyi sowie Parteichef David Stockinger und Bürgermeisterin Karin Baier per Handy-Livestream über Facebook aus dem Parteilokal der Stadt-SPÖ in der Gladbeckstraße an die Genossen. Hinter der Kamera hatten sich lediglich drei Mitglieder der Jungen Generation der SPÖ (JG), die die Internetübertragung technisch organisierten und umsetzten, versammelt.

Chancen aus der Krise

„Gerechtigkeit hat oberste Priorität für die SPÖ“, unterstrich Mernyi, im ÖGB logischerweise der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) zugehörig. Aber es brauche auch zunehmend wieder mehr Solidarität, ergänzte er. Errungenschaften wie das (allgemeine) Wahlrecht oder der 8-Stunden-Tag ginge auf die roten Forderungen rund um den „Tag der Arbeit“ am 1. Mai zurück.

Stadtchefin Karin Baier versuchte in ihrem Rede-Part die positiven Seiten der Corona-Krise hervorzuheben und meinte: „Solidarität, Bescheidenheit und Menschlichkeit sollen die Chance sein, die wir aus dieser schwierigen Zeit mitnehmen wollen.“ Und man werde den Tag der Arbeit „höher halten müssen als je zuvor.“ Dieser Überzeugung ist auch Stadtparteivorsitzender Stockinger, der sich bereits auf roten Feiertag im Jahr 2022 in „hoffentlich traditioneller Form“ freut.