Schnellbahn: Jubel von Wien bis zum Flughafen. Vier Züge pro Stunde und Richtung weiterhin nur bis zum Flughafen. VOR und ÖBB gestehen Optimierungen zu.

Von Gerald Burggraf und Susanne Müller. Erstellt am 06. September 2017 (05:01)
Die Gemeinden bis zum Flughafen sind mit dem Fahrplan überglücklich. In jenen danach hält sich der Jubel in Grenzen.
Paul Liehart

An den grundsätzlichen Punkten des Schnellbahnpakets änderte letztlich auch der Info-Termin von ÖBB und Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) für die S7-Gemeinden in der Vorwoche nichts. Seit Montag verkehren zwischen Wien Floridsdorf und dem Flughafen in den Hauptverkehrszeiten vier Züge pro Stunde und Richtung. Darüber hinaus bleibt es wie bisher bei zwei Zügen ( die NÖN berichtete ).

Der Termin mit den Gemeindevertretern diente jedoch nicht nur der Information, es wurde auch an kleinen Rädchen gedreht. So wurde ein Halt um 7.27 und um 8.27 Uhr in Maria Ellend wieder in den Fahrplan aufgenommen, ursprünglich wären diese gestrichen worden. Zudem fährt eine S7-Garnitur (Abfahrt 6.45 Uhr in Wien-Floridsdorf) bis nach Fischamend und um 7.40 Uhr wieder zurück.

"Das wäre unser Wunsch gewesen..."

Die generellen Verbesserungen, wie der Einsatz von Cityjets oder die kürzere Fahrzeit, stellen für die S7-Gemeinden natürlich einen Erfolg dar. Auch wenn man sich die Taktverdichtung bis nach Wolfsthal gewünscht hätte. „Das wäre unser Wunsch gewesen. Aber: Ja, es gibt Verbesserungen und sie sind ein erster Schritt. Es ist aber nicht der große Wurf, so wie es anfangs rübergekommen ist“, so Fischamends Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM). Er betont aber, „dranbleiben“ zu wollen. Ram sieht die Verbesserungen als Erfolg seiner Person und des Wolfsthaler Bürgermeisters und Bundesrates Gerhard Schödinger.

Schödinger selbst freut sich für seine Gemeinde über zwei zusätzliche Züge nach Wien: „Das hilft unseren Schichtarbeitern.“ Ansonsten seien die schnelleren Züge und die Doppelgarnituren erfreulich. „Und die Taktverdichtung ab Schwechat hilft, die anderen Züge zu entlasten“, so Schödinger, der aber ebenfalls einräumt: „Zufriedenstellend ist es nicht, es könnte besser sein. Wir bleiben dran.“

Keinerlei Jubelstimmung verspürt Gerhard Schimon, Gemeinderat der KPÖ-nahen Liste Schuh in Fischamend: „Man darf sich durchaus die Frage stellen, warum kurz vor der Nationalratswahl noch diese kurzfristigen und teilweise chaotischen Fahrplanänderungen durchgeführt wurden. Viele S-Bahnpendler müssen nun mehr Umstiege oder unpassende Abfahrtszeiten in Kauf nehmen.“

Groß ist die Freude hingegen in Schwechat, dort hat man die langersehnten vier Züge bekommen. „Das ist genau das, was wir als ÖAAB schon jahrelang gefordert haben. Aber es ist nur ein erster Schritt, der nächste muss die Verlängerung der U-Bahnlinie U3 zum Flughafen sein“, so Ernst Viehberger, Schwechats Teilbezirksobmann des VP-Arbeitnehmerbundes NÖAAB.

Umfrage beendet

  • Seid ihr mit dem neuen S7-Fahrplan zufrieden?