Krammer: "Macht uns zur Lachnummer"

Erstellt am 12. August 2022 | 04:43
Lesezeit: 3 Min
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Will Klarheit von der Politik: Richard Krammer.
Foto: privat
Der Sportplatz ist zum Politikum geworden – der Fußballverein hängt so unverschuldet in den Seilen.
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Das seit Monaten anhaltende Seilziehen um den Verkauf des alten und die Errichtung des neuen Sportplatzes, sorgt bei Leopoldsdorfs Sportverein für Verunsicherung und Zukunftsängste. Gegenüber der NÖN äußert sich mit Richard Krammer, Sportlicher Leiter des SC, erstmals ein Vereinsvertreter zur Causa.

Wann wird der neue Sportplatz gebaut, wann der alte verkauft? Wo wird die Heimat des SC Leopoldsdorf sein? Viele Fragen, kaum Antworten. Wie gehen Sie damit um?

Richard Krammer: Die Parteien fetzen sich und es ist ein reines Politikum geworden. Um den Sportverein und dessen Bedürfnisse geht es schon lange nicht mehr. Seitens der Parteien denkt wohl kaum jemand daran, dass es auch um die Zukunft von rund 180 Kindern in unserer Nachwuchs-Organisation geht. Was die Politik vergisst: Der Sportverein hat einen gültigen Vertrag. Dieser garantiert, dass wir auf dem alten Sportplatz bleiben können, solange wir keine Alternative haben.

Damit ist der Sportverein immerhin die grundlegende Existenzangst los...

Krammer:  Nicht wirklich. Es heißt, dass das Grundstück des alten Sportplatzes verkauft ist und die Bauträger mit 1. Jänner dort das Baurecht haben. 

Was bedeutet, dass die Gemeinde bei verspätetem Baubeginn eventuell eine Pönale zu zahlen hätte.

Krammer:  Möglich. Und am Ende käme  dadurch der neue Sportplatz der Gemeinde noch teurer zu stehen.  Was mir gewaltig am Zeiger geht ist, dass dem Sportverein in gewissen Teilen der Bevölkerung vorgeworfen wird, dass wir den Gemeinderat erpressen würden. Völlig aus der Luft gegriffen. 

Die Situation wirkt sich ja auf den SC aus, aktuell gibt es keinen gewählten Vorstand.

Krammer:  Korrekt. Keiner will in den Vorstand, wenn die Zukunft nicht klar ist und keiner über Betriebskosten auf der künftigen Anlage Bescheid weiß. Das und die Frage nach dem Spielort machen uns im Bezirk zu einer Lachnummer.

Ihre Forderung an die Politik?

Krammer : Wir haben keine Forderung, nur eine Bitte.  Alle sollen sich an der Nase nehmen, sich an einen Tisch setzen und ein zukunftsorientiertes Projekt für Leopoldsdorf auf Schiene bringen. Wir wollen endlich Licht am Horizont sehen.

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