Sparkasse zieht das Personal ab. Geldinstitut stellt in Ebergassing und Schwadorf seine Filialen komplett auf Selbstbedienung um.

Von Otto Havelka. Erstellt am 18. November 2020 (05:55)
  
Müller

Mit 1. Jänner gehören Kundengespräche in den Sparkasse-Filialen Schwadorf und Ebergassing der Vergangenheit an. Die beiden Standorte der Sparkasse Hainburg-Bruck-Neusiedl werden in Zukunft nur noch als Selbstbedienungsfilialen geführt. „Aber wir schließen die Filialen nicht“, betont  Vorstandsdirektor Wolfgang Poppe gegenüber der NÖN. Die Kunden können in den SB-Foyers weiterhin ihre täglichen Bankgeschäfte wie Ein- und Auszahlungen, Überweisungen oder das Abholen von Kontoauszügen erledigen. Auch der Bankomat bleibt an beiden Standorten erhalten. Für Beratungsgespräche müssen die Kunden die Filialen in Fischamend oder Himberg ansteuern.

Vorstandsdirektor Wolfgang Poppe: „Filialen werden ja nicht geschlossen.“
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Dorthin übersiedeln auch die Mitarbeiter aus Schwadorf und Ebergassing. „Damit ist sichergestellt, dass den Kunden weiterhin ihre vertrauten Berater zur Verfügung stehen“, erklärt Poppe. Die Reduzierung der beiden Geschäftsstellen hat laut Poppe nicht nur wirtschaftliche Gründe. In Kleinstfilialen mit nur ein bis zwei Mitarbeitern sei eine umfassende Beratung kaum möglich. Bei Finanzierungs- oder Veranlagungsfragen brauche man oft eine Stunde für ein Beratungsgespräch. „Das ist bei nur zwei Betreuern nicht machbar“, erklärt Poppe. Darüber hinaus werde auch ein „operationales Risiko“ minimiert. Die Sparkasse in Schwadorf ist schon einmal überfallen worden. Für einen alleinigen Mitarbeiter in der Filiale könne das sehr gefährlich sein, so Poppe.

In Kleinstfilialen haben Betreuer zu wenig Zeit für Beratungsgespräche“ Wolfgang Poppe, Vorstandsdirektor der Sparkasse Hainburg-Bruck-Neusiedl

Die Ortschefs der beiden Gemeinden sind mit der Umstellung der Bankstellen auf SB-Filialen nicht glücklich. „Für die Gemeinde ist die Entscheidung absolut nicht schlüssig nachvollziehbar“, zeigt sich Schwadorfs Bürgermeister Jürgen Maschl (SPÖ) verärgert. Noch vor einem Jahr sei ihm seitens des Vorstandes zugesichert worden, dass die Filiale Zukunft hat und von Änderungen nicht betroffen wäre. „Vor allem für die vielen nicht mobilen Kunden ist diese ‚De-facto-Schließung‘ der Filiale ein massiver Schlag ins Gesicht“, poltert Maschl.

Im Nachbarort Ebergassing macht sich Bürgermeister Roman Stachelberger (SPÖ) bereits auf die Suche nach einem Ersatz. „Wir haben zwar mit dem Postpartner nach wie vor eine Bank mit Kundenbetreuung im Ort“, so Stachelberger. Er führe aber bereits „gute Gespräche mit einer anderen lokalen Bank“, die in Ebergassing eine Niederlassung eröffnen könnte.

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