„EVN Wasser“ kauft Netz um 275.000 €. 43 Prozent des Wassers versickern. Nun übergibt die Gemeinde die Verantwortung an „EVN Wasser“, die das Netz saniert.

Von Raimund Novak. Erstellt am 29. Juni 2016 (10:02)
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„Erschreckend undicht“ – so lautet das Fazit der Gemeinde, als festgestellt wurde, dass von den 216.000 m Wasser, das von „EVN Wasser“ angekauft wurde, nur 121.000 m an die Kunden verrechnet werden konnten. „Das sind 43 Prozent Verlust und ein klarer Hinweis, dass die Leitungen extrem beschädigt und sanierungsbedürftig sind“, musste sich SP-Bürgermeister Jürgen Maschl nach dem Gutachten des Wirtschaftsprüfers entscheiden: Entweder das Wassernetz abgeben oder in Zukunft mit Neuverschuldung und Gebührenerhöhung fortfahren.

„Die hohen Investitionskosten hätten auch massive Wassergebührenerhöhungen zur Folge. Die Bürger müssten dann beinahe doppelt so viel zahlen.“ Derzeit kostet der m 1,30 Euro. Nach der Übernahme von „EVN Wasser“ wird der Betrag auf 1,54 Euro erhöht, dafür sichert der Betreiber massive Sanierungsmaßnahmen zu.

„Die Gebühren werden auch nicht so schnell wieder erhöht“, bestätigt Maschl im Gespräch mit der NÖN. 275.000 Euro wird „EVN Wasser“ für die Übernahme des Netzes an die Gemeinde überweisen. Der Verkauf wurde in der Gemeinderatssitzung einstimmig genehmigt. „Es sind einfach keine Alternativen vorhanden, daher stimmen wir diesem Vorschlag, auch aufgrund möglicher extremer Gebührenerhöhungen, zu“, nimmt ÖVP-Obmann Stefan Wolf zu dieser Causa Stellung.