Hibiskusblüten, so groß wie Pizzateller. Der 95-jährige Schwadorfer Leopold Bruckmoser lässt in seinem Garten seit fast 50 Jahren Hibiskus erblühen.

Von Felix Novak. Erstellt am 22. November 2020 (04:34)
Sein größter Schatz. In seinem Garten fühlt sich Leopold Bruckmoser am wohlsten. Bei der intensiven Pflege seiner Hibiskus-Pflanzen blüht nicht nur der Gärtner selbst so richtig auf.
privat

„Was ist der Unterschied zwischen?“ oder „Kennen sie das Gemüse?“ – im NÖN-Gespräch mit Leopold Bruckmoser ist dem Fragenden nach kurzer Zeit bewusst, wie viel Wissen im passionierten Gärtner steckt. Er hat vor wenigen Tagen seinen 95. Geburtstag gefeiert, aber nach wie vor liegt ihm der Anbau von Gemüse und die Pflege von Blumen, wie seinem Vorzeigeobjekt, dem Hibiskus, sehr am Herzen.

Diese Leidenschaft wurde ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Seine Eltern und Großeltern waren Gärtner. „Ich habe schon im Alter von fünf Jahren mitgeholfen.“ Die „Gärtnerei Bruckmoser“ in Schwadorf hat das Geburtstagskind vor langer Zeit seinem Sohn Johann übergeben, dennoch ist er immer wieder dort anzutreffen. Sein Talent führt zu einer reichen Ernte. Ob Paradeiser, Paprika, blaue Erdäpfel, Karotten, Salat oder Karfiol – bei ihm gedeiht alles.

Außenminister Kurt Waldheim und den ehemaligen Landeshauptmann Andreas Maurer hatte ich schon begeistern können“, erzählt Leopold Bruckmoser über seine prominentesten Hibiskusstauden-Kunden.

Sein größter Schatz ist allerdings der Hibiskus. Vier Stauden davon besitzt er in seinem eigenen Garten – und das seit mittlerweile 48 Jahren. Einige Exemplare hat er einst an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht.

„Diese Pflanzen kommen aus Kanada und meine sind die größten Europas“, berichtet der 95-Jährige von Blüten, die größer als 30 Zentimeter sind. Dementsprechend groß war auch das Interesse bei der Prominenz, egal ob bei der Gartenbaumesse in Tulln, wo er 27 Jahre lang ausgestellt hatte oder bei ihm zu Hause, wie sich Bruckmoser erinnert: „Außenminister Kurt Waldheim und den ehemaligen Landeshauptmann Andreas Maurer hatte ich schon begeistern können. Die damalige Prinzessin von Liechtenstein war auch eine Kundin.“ Noch heute staunen seine Kunden, wenn sie die Riesenblüten erblicken.

In seiner Laufbahn als Gärtner konnte Bruckmoser mit seinem Wissen schon viele Studenten, aber auch hochangesehene Botaniker überraschen: „Viele lernen nur aus Büchern, aber an der Praxis mangelt es.“ Was sein Geheimnis für die Blütenpracht des Hibiskus ist? „Eine gute Handhabung, Logik und Hausverstand.“