Traktor-Fahrten sorgen für Kritik. Erdaushublieferungen durch Schwadorf ärgern Gemeindevertreter und Anrainer.

Von Felix Novak. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:55)
Die einzige Alternative. Abwechselnd wählen die Fahrer der Firma Schuch den Weg durch Enzersdorf sowie die Route durch Schwadorf, um zeitweise für Entlastung zu sorgen.
privat, privat

Einige Anrainer, dazu gehört auch ÖVP-Gemeinderat Josef Seyer, machten kürzlich eine Vielzahl von Transportfahrten in der Ortschaft aus, durchgeführt von dem in Mannersdorf ansässigen Erdbewegungsunternehmen Schuch. Dieses führt derzeit Erdaushublieferungen vom Logistikpark „Industrial Campus Vienna East“ mit Zielort Deponie Fischamend durch. „Wieso nehmen sie nicht den direkten Weg, sondern fahren durch unsere Ortschaft durch“, fragte sich Seyer und hielt sogar einen Traktorfahrer auf. „Dieser meinte, dass ihm der Chef gesagt hat, dass er diese Route wählen soll“, schildert Seyer im Gespräch mit der NÖN und setzte auch den Ortschef über die aktuelle Situation in Kenntnis.

„Die fahren tatsächlich alle 15 Minuten durch die Ortschaft“, legte sich Bürgermeister Jürgen Maschl (SPÖ) eines Nachmittages „auf die Lauer“. Verärgert über das für ihn „unnötige Verkehrsaufkommen“ und die „nicht nachzuvollziehenden längeren Transportwege“ ging er noch einen Schritt weiter und schaltete die Bezirkshauptmannschaft ein.

„Wir wollen die Orte entlasten“

Die NÖN nahm Kontakt mit der Firma Schuch auf und erfuhr von Geschäftsführer Stefan Schuch: „In den ersten Wochen fuhren wir durch die Gemeinde Enzersdorf, aber da sind die Enzersdorfer auf die Barrikaden gestiegen. Der Bürgermeister meinte dann zu mir, dass diese Fahrten für die Gemeinde zu viel sind und dass es nicht so weitergehen kann. Ich schlug also vor, die Fahrten aufzuteilen.“ So entstand die Ausweichroute über Schwadorf.

„Der Weg ist länger, daher mag ich es persönlich auch nicht, aber so können wir stets eine Gemeinde entlasten“, meint Schuch, der betont, dass seine Firma drei Mal wöchentlich sowohl bei der Ausfahrt des Logistikzentrums, als auch auf der aktuellen Route, Kehrungen durchführt.

„Ich habe der Firma Schuch mitgeteilt, dass ihre Fahrer langsamer fahren müssen und die Staubbelastung zu hoch sei. Natürlich habe ich nicht Nein gesagt, als sie vorgeschlagen haben, die Fahrten auf zwei Routen aufzuteilen“, meint Enzersdorfs Bürgermeister Markus Plöchl (ÖVP) dazu. Für den Unmut der Bevölkerung zeigt Schuch  Verständnis. „Wenn ein 400 PS starker Traktor durch den Ort fährt, wirkt das natürlich sehr voluminös. Aber irgendwo müssen wir durchfahren.“

Die Transporte werden noch mehrere Wochen andauern. „Es sind die Einnahmen von Enzersdorf, daher sollte die Route auch ausschließlich durch Enzersdorf führen“, meint Seyer dazu. „Über diese Lösung soll sich jeder selbst ein Bild machen“, muss Bürgermeister Maschl die Durchfahrten vorerst zur Kenntnis nehmen.