Ab 2019 wird es mit dem S1-Ausbau ernst. Grünes Licht für Straßenbau-Projekt samt Lobau-Tunnel. In Schwechat befürchtet man noch höhere Verkehrsbelastung.

Von Susanne Müller. Erstellt am 30. Mai 2018 (05:00)
Shutterstock/Kichigin (Symbol)
Mögliche Bohrungen im Zuge des Lobautunnel-Projekts beschäftigen derzeit die Umwelt-Organisationen.

Seit der Vorwoche ist es fix: Die umstrittene Verlängerung der S1 von Schwechat bis Süßenbrunn samt Untertunnelung der Lobau darf umgesetzt werden. Das Bundesverwaltungsgericht erteilte vor allem in den Fachbereichen Hydrologie und Grundwasser sowie Schalltechnik (Lärm) Verbesserungsaufträge an das Projekt. Wenn diese von der Asfinag erfüllt werden, sei das Projekt genehmigungsfähig.

Für die Befürworter des Projekts und die Asfinag ist das ein Durchbruch. Die Schnellstraße zwischen Schwechat und Süßenbrunn bilde den Lückenschluss im Regionenring um Wien und bringe eine spürbare Entlastung der stark frequentierten A 23 Südosttangente und A 4 Ostautobahn zwischen Wien und dem Knoten Schwechat sowie des 22. Bezirkes, so die Asfinag. Der Abschnitt nördlich der Donau binde die Marchfeld-Schnellstraße und die S 1 Spange nach Aspern an das Autobahnnetz an und sei somit für die gesamte Ostregion wirksam. 2019 soll mit dem Bau begonnen werden.

Statt auf den weiteren Autobahnbau zu setzen, braucht es in der Region einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs.“ Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne)

In Schwechat zeigt man sich ob des baldigen Startschusses für das Projekt allerdings weniger erfreut. Die Auflagen würden zwar einige Verbesserungen bringen, Schwechat ernte letztendlich aber eine noch höhere Verkehrsbelastung, ist Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne) überzeugt.

Asfinag
Die Verlängerung der Schnellstraße S1 soll vom jetzigen Knoten Schwechat bis nach Süßenbrunn führen.

„Der Lobautunnel wird den Verkehr auf der bestehenden S1 und der A4 erhöhen. Verlagerungseffekte von verstopften Autobahnen haben auch massive Auswirkungen auf das Schwechater Stadtgebiet“, kritisiert Krenn und rechnet vor, dass schon jetzt auf der S1 bei Rannersdorf an Spitzentagen bis zu 90.000 Fahrzeuge gezählt würden. Die Prognosezahlen seien viel zu gering angesetzt worden. „Wenn der Lärmschutz heute schon unzureichend ist“, dann müsse er künftig „massiv verbessert werden“, fordert Krenn.

Bereits im Vorjahr beschloss der Gemeinderat eine Resolution an die Asfinag, das Verkehrsministerium und die Landeshauptfrau zur Temporeduktion auf der A4 vom Knoten Schwechat bis zum Flughafen.

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