Abenteuer mit Familie in Afrika

Erstellt am 11. Mai 2022 | 05:58
Lesezeit: 3 Min
Magdalena Liebenauer-Haschka aus Schwechat forscht sechs Monate in Tansania über „Family Planning“ – und nimmt Kind und Kegel mit.
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Woher die Faszination für Afrika kommt, weiß Magdalena Liebenauer-Haschka gar nicht so genau. „Sie war immer da – möglicherweise durch ein Kinderbuch, das ich hatte“, erzählt die Schwechaterin im NÖN-Gespräch. Entwicklungsarbeit im Zusammenhang mit dem „schwarzen Kontinent“ ist ihr jedenfalls ein Herzensanliegen, das Liebenauer-Haschka im Zuge ihrer Masterarbeit thematisiert. Dafür forschte sie bereits vor einigen Jahren zu privaten Hilfsorganisationen in Tansania.

Nun geht es zurück nach Ostafrika. Genauer gesagt nach Lugarawa im Südwesten des Landes. Das weitverzweigte Dorf mit rund 5.000 Einwohnern liegt auf einem Hochplateau auf 1.500 Metern. Die nächste Stadt ist drei Autostunden entfernt, bei gutem Wetter. Bei Schlechtwetter sind es um die fünf Stunden. „Vom touristischen Gebiet im Norden sind wir dort weit weg“, erzählt Liebenauer-Haschka.

„Wir“ ist hier allerdings nicht als Floskel gemeint, denn Ehemann Jörg, Tochter Lena (3) und die Zwillinge Samuel und Josiah (1) kommen mit. Heute Mittwoch, 11. Mai, hob die Maschine ab. Sechs Monate wird die Familie in Lugarawa bleiben. Anlass der Reise ist eine Studie, die Liebenauer-Haschka für „Aktion Regen“ durchführt. Der Verein für Entwicklungszusammenarbeit wurde 1989 von der Wiener Frauenärztin Maria Hengstberger gegründet.

Studie über Armut und Familienplanung

Gemeinsam mit Studierenden der in Lugarawa ansässigen Pflegeschule wird die Schwechaterin zum Thema Familienplanung forschen. Genauer gesagt, werden der Bevölkerung bei „Gesundheitstalks“ Zusammenhänge zwischen Familienplanung und Armut näher gebracht. Familien mit fünf Kindern können sich die Schule für alle nicht leisten, die Armutsspirale dreht sich daher weiter.

„Oft scheitert es schon daran, dass die Ehepartner nicht miteinander über Familienplanung reden“, verweist Liebenauer-Haschka auf fehlendes Wissen und vorherherrschende patriarchale Strukturen. Jeweils 30 Einwohner pro Dorf werden unmittelbar nach den Talks zu ihren Einstellungen über Familienplanung befragt, fünf Monate später wird die Befragung wiederholt. „Ziel ist es herauszufinden, ob sich die Einstellung dann geändert hat“, erzählt die Schwechaterin.

Während Liebenauer-Haschka forscht, wird Ehemann Jörg vorwiegend die Kinder betreuen. Der sechsmonatige Aufenthalt wird ein großes Abenteuer, da sind sich Magdalena und Jörg einig. Vor allem für die Kinder – „die Menschen in Afrika leben viel freier und mit weniger Zwängen.“

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