Ärger um Park-Strafe beim Einkaufszentrum. Wienerin muss wegen fehlendem Ticket zahlen und fühlt sich abgezockt. Center und Parküberwacher dementieren.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 05. Februar 2020 (03:46)
Im Einkaufszentrum sind die ersten zwei Parkstunden gratis. Allerdings nur mit dem gültigen Ticket.
Gerald Burggraf

Eigentlich parken Autofahrer beim Schwechater Einkaufszentrum (EKZ) zwei Stunden gratis. Allerdings nur, wenn man sich ein Ticket am Automaten herunterzieht und dieses sichtbar hinter der Windschutzscheibe platziert. Und genau dieser notwendige Schritt wurde einer Wienerin zum Verhängnis.

Als sie nach ihrem Einkauf im Merkur-Markt zurückkam, war die Parkgebühr von 0 auf 30 Euro angewachsen. Diesen Betrag hebt der Parkraumüberwacher „Park & Control“ nämlich ein. Die Wienerin wird zahlen, sie und deren Mann fühlen sich aber schikaniert und sprechen von „Abzocke“. „Wir hatten ja einen Kassabon vom Merkur, da kann man sich schon kulant zeigen“, ärgert sich der Wiener. Rechtlich sei es aber ein Graubereich, ist er sich bewusst. Denn am großen Schild bei der Einfahrt wird auf die Notwendigkeit eines Tickets hingewiesen.

Darauf verweist auch Centermanager Gerhard Langer vom Verwalter „Invester“. „Das System funktioniert sehr gut. Die Beschwerdequote liegt bei unter einem Prozent“, will er den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Centermanager nimmt Autofahrer in die Pflicht

Langer betont zudem, dass man sich als mündiger Autofahrer an die Verordnungen vor Ort halten müsse. „Die Beschilderung ist ausreichend, man muss sie aber auch lesen“, betont er gegenüber der NÖN. Außerdem wären 98 Prozent der Kunden Stammkundschaft, die ohnehin über die Regelung Bescheid wüssten. Dass man überhaupt eine Kurzparkzone braucht, liege nicht zuletzt an „undisziplinierten Autofahrern“, die die Stellflächen sonst verparken würden. Doch gerade von der Fluktuation der Kunden leben Nahversorger wie das EKZ, hält der Centermanager fest.

Kein Verständnis für die Kritik hat man auch bei Europas größtem Parkraumbewirtschafter Apcoa, der Muttergesellschaft von „Park & Control“. „Wir betreiben keine Abzocke“, hält Österreich-Geschäftsführer Stefan Sadleder im NÖN-Gespräch fest. Die Pönalquote hält er für vertretbar – und diese so gering wie möglich zu halten, sei auch „in unserem Sinne“. Gestraft würde streng, aber transparent. Zudem würde man im Vergleich zu Mitbewerbern nur 30 statt teils 200 Euro verlangen.

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