Bausperre zur Erhaltung der Dorfstruktur aufgehoben. Einstimmiger Beschluss im Gemeinderat für Erhalt der Dorfstruktur.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:00)
Stadtgemeinde Schwechat
In den 17 Siedlungsgebieten mit Ein- und Zweifamilienhäusern, in denen seit Herbst 2017 eine Bausperre für neue Projekte galt, darf nun wieder gebaut werden. Allerdings gelten neue Bauregeln, so dürfen keine großvolumigen Bauten mehr errichtet werden. 

Wenn in der Braustadt gebaut wird, dann fast ausschließlich großvolumig. Das sorgt in Ein- oder Zweifamilienhaussiedlungen immer wieder für Ärger. Nicht nur bei den Anrainern, sondern auch im Rathaus. Denn großvolumige Bauten bedeuten auch gestiegene Anforderungen an die Infrastruktur der Gemeinde, etwa bei Kindergärten oder Schulen.

Daher entschloss man sich im Herbst 2017, eine Bausperre für bestimmte Siedlungsgebiete in allen vier Katastralgemeinden zu erlassen. Ziel war es, Zeit zu gewinnen. Und zwar, um eine Änderung der Bauordnung auszuarbeiten, die großvolumigen Bauvorhaben einen Riegel vorschiebt. Dadurch sollte die Siedlungsstruktur gewahrt werden.

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung vergangene Woche wurde diese neue Bauordnung nun einstimmig beschlossen. Nach einer formalen Begutachtung durch das Land NÖ tritt der überarbeitete Bebauungsplan mit einer Kundmachung in Kraft. „Das wird in rund einer Woche der Fall sein“, erläutert Baustadtrat Simon Jahn (Grüne) im Gespräch mit der NÖN. Die Bausperre ist dann hinfällig.

In der Fachabteilung musste jede Parzelle analysiert werden, ob die Änderung dort Sinn macht“, erklärt Baustadtrat Simon Jahn die lange Umsetzungsdauer.

Dass die Überarbeitung der Bauordnung fast eineinhalb Jahre gedauert hat, hängt laut Jahn mit dem komplexen Verfahren zusammen. „In der Fachabteilung musste jede Parzelle analysiert werden, ob die Änderung dort Sinn macht“, erklärt er. Und hier ging es immerhin um rund 1.000 Grundstücke, das sei ein enormer Aufwand.

Notwendig ist das aber, um die Genehmigung der Aufsichtsbehörde (dem Land, Anm.) zu bekommen. Die Unterlagen müssen fundiert sein. „Damit uns keinerlei Willkür unterstellt werden kann – also warum wir dort ändern, aber anderswo nicht“, erläutert Jahn. Zudem muss bereits zu Beginn ein städtebauliches Ziel definiert werden. Das sei durch die Eindämmung des enormen Wachstums gegeben. Und man wollte die Siedlungsstruktur in den betroffenen Gebieten erhalten.

Nun gilt grundsätzlich, dass maximal zwei Wohneinheiten erlaubt sind. „Dort wo es bereits vier Wohneinheiten gibt, darf das natürlich weiterhin so sein“, unterstreicht der Baustadtrat. Hat aber jemand vor, auf einem Grundstück, auf dem es derzeit nur eine Wohneinheit gibt, 15 zu errichten, ist dies nun nicht mehr möglich.

Sämtliche Grundstücksbesitzer, die diese Neuerung betrifft, wurden im Vorfeld angeschrieben. „Es kam nur ein einziger Einspruch. Offensichtlich hat unser Ziel auch ihrem entsprochen“, glaubt Jahn. Das stimme ihn sehr positiv. Denn dies sei der erste Schritt gewesen. Weitere sollen folgen, etwa für eine geringe Bebauungsdichte zu sorgen. „Die meterhohen Feuermauern zum Nachbarn sind oft ein Problem“, weiß der Stadtrat.

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