Coronavirus zwingt Tyroler-Wirt in die Knie. Umsatzrückgang um mehr als 50 Prozent und fehlende Planungssicherheit zwingen den Schwechater Michael Sicha zur Pause.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:59)
Die „Tyroler Stubn“ von Michael Sicha bleibt ab 2. November bis auf Weiteres geschlossen.
Archiv/Fussi, Burggraf

„Nicht nur der Himmel weint, auch mir ist zum Rearn“, malte Michael Sicha zu Beginn seiner Videobotschaft auf Facebook ein düsteres Bild. Der weitere Inhalt stand den melancholischen Einstiegsworten um nichts nach.

Denn der Pächter der „Tyroler Stubn“ verlautbarte, dass er sein Wirtshaus mit 2. November schließen wird. Zumindest vorerst. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, betonte er. Der Umsatz sei um mehr als 50 Prozent engebrochen, der Betrieb nicht mehr finanzierbar. Daher habe er sich entschieden, sein Lokal nur noch bis inklusive Sonntag offen zu halten.

Michael Sicha.
Archiv/Fussi, Burggraf

„Ich habe auch meinem Personal gegenüber eine Verpflichtung“, hielt er fest. Es bringe ja nichts, wenn er sich anlüge und in vier Wochen die Löhne nicht mehr zahlen könne. Er habe schon um zwei Mitarbeiter reduziert, nun sei ihm wichtig, dass sein Personal im Sozialsystem einmal abgesichert sei. Als Begründung nennt Sicha die fehlende Planungssicherheit und nicht eingehaltene Versprechen der Bundesregierung sowie die zahlreichen Vorschriften.

Unmittelbar nach dem Lockdown blieb die „Tyroler Stubn“ zuerst noch zu. Sicha stieg erst mit 17. Juni wieder ein. Der Schwechater ist seit Oktober auch Betreiber der Kantine in Hallen- und Freibad. Das bliebe von der „Tyroler Stubn“-Entscheidung unberührt, hält er auf NÖN-Anfrage fest. Aber auch dort werde es nicht leicht.