Duo räumte Optiker in der Braustadt aus. Die Beute im Werte von über einer Million Euro ging nach Polen. Die Angeklagten nahmen mehrjährige Haftstrafen nicht an.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 27. März 2018 (08:55)
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NOEN, Symbolbild

„Keine“, antwortet der 46-jährige Angeklagte aus Polen auf die Frage der Richterin nach Vorstrafen. Sichtlich irritiert zieht die Vorsitzende nach einem Blick in die Akten die Augenbrauen hoch und hinterfragt: „In Österreich keine, sehr wohl aber in Deutschland, 18 an der Zahl, oder?“

„Was die Deutschen haben, interessiert mich nicht“, entgegnet der Beschuldigte knapp. Wortreicher beteuert er seine Unschuld zu den vorgeworfenen Einbrüchen in Optikergeschäfte (zwei Mal in Schwechat sowie in Gmünd, Zwettl, Tulln, Hollabrunn und Mistelbach). „Ich habe damit nichts zu tun. Dazu bin ich körperlich gar nicht in der Lage. Ich bin zu alt, zu krank. Aus meinem geplanten Handwerker-Job wurde nichts, und ich suchte eine Mitfahrgelegenheit nach Polen. Die fand ich. Ich saß also nur zufällig in dem Wagen, in dem die Beute aus dem Einbruch in Schwechat gefunden wurde. Hand aufs Herz, das war so“, schildert er und wirft einen strengen Blick auf den mitangeklagten Landsmann.

"Das ist jetzt die vierte Version die Sie präsentieren"

Der 32-Jährige bestätigt dann mit gesenktem Blick: „Er war an den Einbrüchen nicht beteiligt“, und will plötzlich auch nur bei einem Einbruch in der Braustadt als Fahrer dabei gewesen sein.

„Das ist jetzt die vierte Version die Sie präsentieren“, kommentiert die Richterin und merkt an: „Bei der Polizei und dem Haftrichter haben Sie noch acht gemeinsame Einbrüche zugegeben. Die Geschäfte waren leer gefegt. Brillenfassungen, Sonnenbrillen und optische Geräte im Gesamtwert von über einer Million Euro wurden gestohlen.“

Der Schöffensenat hielt sich an die ersten Aussagen des 32-Jährigen und sprach das Duo schuldig. Der vorbestrafte 46-Jährige wird zu drei Jahren, sein bislang unbescholtener Kumpane zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Duo meldete Rechtsmittel an.