Eifersüchtiger schlug mit Eisenstange zu. „Sie scheuen vor roher Gewalt nicht zurück. Bedingte Strafen brachten nichts“, sagte Richter und schickte 18-Jährigen hinter Gitter.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 03. August 2018 (04:24)
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„Ich bekenne mich schuldig, aber andere sind es auch“, erklärte der 18-jährige Afghane und ließ gleich zu Prozessbeginn wenig Schuldeinsicht erkennen. Der Asylwerber gab zwar zu, mit einer Schwechaterin eine intime Beziehung geführt zu haben, behauptete aber, das Mädchen habe ihm sein Alter von erst 13 Jahren verschwiegen.

Aufgrund des seiner Meinung nach ungehörigen Benehmens der Freundin, vor allem im Umgang mit anderen Männern, sei das Ende der Beziehung von ihm ausgegangen, erklärte er und wollte von Drohungen und eskalierenden Eifersuchtsszenen nichts wissen.

"Ja, ich war wütend auf ihn"

Er wollte auch nicht in Begleitung dreier Freunde vor das Haus der Freundin in Schwechat zu einer letzten Aussprache gekommen sein und dann den Nachbarn mit einer Eisenstange verletzt haben. „Ja, ich war wütend auf ihn, weil er Kontakt zu meiner Freundin hatte, obwohl er verheiratet ist. Aber er ist auf mich losgegangen und da habe ich in Todesangst zu dem Rohr gegriffen und zugeschlagen. Dann bin ich weg“, beteuerte er eine Notwehrsituation.

Zeugenaussagen zeichneten aber ein anderes Bild: Der Afghane wurde wegen Missbrauchs einer Unmündigen, gefährlicher Drohung und absichtlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Weiters wurden bisher auf Bewährung erlassene Strafnachsichten aus anderen Fällen – insgesamt sieben Monate – widerrufen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.