Flughafen errichtet größte Photovoltaik-Anlage Österreichs

Am Flughafen Wien entsteht bis zum Frühjahr 2022 die mit 24 Hektar größte Photovoltaik-Anlage Österreichs. Der Flughafen will damit ein Drittel seines Jahresstromverbrauchs decken und mehr CO2 einsparen.

APA / NÖN.at Erstellt am 14. Oktober 2021 | 10:29

Rund 24 Megawattpeak soll Österreichs größte Photovoltaik-Anlage auf einer Fläche von 24 Hektar am Flughafen Wien produzieren. Dafür werden bis zum Frühjahr 2022 in Summe 55.000 PV-Module installiert. Flughafen-Vorstandsdirektor Günther Ofner betonte beim Spatenstich, dass die Anlage direkt neben der Piste entsteht und dadurch kein wertvoller Boden verbraucht wird. „Künftig werden wir so rund ein Drittel unseres Jahresstromverbrauchs mit Sonnenenergie decken. Unserem Ziel, einer der ersten Green Airports Europas zu werden, der seinen Betrieb CO2-neutral führt, kommen wir so einen großen Schritt näher.“ 

Der Klimawandel sei die größte Herausforderung unserer Zeit, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. "Wir in Niederösterreich können stolz sein, denn wir sind heute die einzige Region in Europa, die ohne Atomstrom und ohne Kohlekraftwerk auskommt und gleichzeitig 100 Prozent ihres Haushaltsstrombedarfs aus erneuerbarer Energie abdeckt.“ Der Flughafen gehe mit gutem Beispiel voran. Es seien bereits viele Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt worden und sechs PV-Anlagen auf dem Dach des Flughafens in Betrieb. 

Land NÖ will PV verzehnfachen und Windkraft verdoppeln

Auch das Land Niederösterreich habe trotz Corona-Krise die Ziele der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes konsequent weiterverfolgt, um die eigenen Klima- und Energieziele 2030 zu erreichen. „Wie etwa die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 36 Prozent, die Verdopplung der Windkraft oder auch die Verzehnfachung der Stromerzeugung durch Photovoltaik“, unterstrich Mikl-Leitner. 

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf unterstrich die Bedeutung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) und die vielen Projekte, die dadurch erst umgesetzt werden können. Pernkopf glaubt, dass es generell notwendig sei, die Energiewende mit Hausverstand zu betreiben. Daher wolle man weiter in Windkraft und Photovoltaik investieren und aktiv gegen Atomkraft auftreten. Es seien laut Pernkopf in Niederösterreich bereits 48.000 PV-Anlagen mit einer Leistung von 500 Megawatt am Netz, was in etwa der Leistung eines üblichen Atomkraftwerks entsprecht.

"Klimaschutz und Wirtschaft geht Hand in Hand"

Weltweit würde die Luftfahrt jedoch nur 2,7 Prozent der CO2-Emissionen verursachen, sagt Flughafen-Vorstandsmitglied Julian Jäger und unterstreicht die Verantwortung, die man mit dem Ausbau von Photovoltaik, E-Mobilität und neuen Technologien zur Verbesserung der Energieeffizienz übernimmt. Die größte Chance für den Klimaschutz sehe Jäger in synthetischen Kraftstoffen.

Für Staatssekretär Magnus Brunner gehe Klimaschutz und Wirtschaft "Hand in Hand". Die Bundesregierung hat ambitionierte Klima- und Energieziele, unter anderem 100 Prozent sauberen Strom in und aus Österreich bis 2030. Um diese Ziele zu erreichen, setzen wir auf Investitionen, Innovation und Zusammenarbeit", sagte Staatssekretär Magnus Brunner und begrüßte den Vorstoß des Flughafen Wiens in Sachen PV-Ausbau.