Ryanair droht mit Aus für Lauda-Basis. Konzern-Chef Michael O‘Leary geht von Schließung Ende Mai aus. Jobverluste würden auch Schwechat hart treffen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:56)
Seit mehr als acht Wochen stehen die Maschinen von Laudamotion am Boden. Nun droht der Abzug von rund 500 Arbeitsplätzen, sollte die Konzernmutter die Basis tatsächlich schließen.
Burggraf

Die Zeiten in der Luftfahrbranche sind hart. Sämtliche Fluglinien und der Schwechater Airport selbst müssen massive Sparprogramme schnüren. So auch Ryanair, der Mutterkonzern von Laudamotion.

Zumeist werden die Einschnitte in Absprache zwischen Unternehmen und Gewerkschaft getroffen. Das Verhältnis zwischen Lauda-Management und den Arbeitnehmervertretern ist aber seit längerem festgefahren. Der Chef der irischen Billigairline, Michael O‘Leary, sprach daher am Montag erstmals von einem Aus der Lauda-Basis in Schwechat und dem Abzug der 15 Maschinen. Damit wackeln auch rund 500 Jobs. Denn O‘Leary rechnet nicht mit einer Einigung mit der Gewerkschaft. Konkret verlangt Ryanair konzernweit Lohnkürzungen beim Flugpersonal von 20 Prozent.

Nun sieht es so aus, als würde O‘Leary aufs Ganze gehen. „Ich denke, dass es wahrscheinlich ist, dass die Basis in Vienna Ende Mai schließt“, erklärt der Konzern-Chef laut APA. Damit könnte die irische Fluglinie Schwechat künftig selbst anfliegen, denn die Landerechte der Laudamotion (vormals „Niki“) wurden laut O‘Leary bereits an den Konzern übertragen.

Ein Aus der Lauda-Basis würde auch die Stadtgemeinde Schwechat hart treffen. Immerhin würden ihr Kommunalsteuereinnahmen entgehen. Erst kürzlich bezog der „Niki“-Nachfolger Büros im Concorde Business Park. Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) würde es „um jeden Arbeitsplatz leidtun. Denn jeder Jobverlust ist eine persönliche Tragödie“. Die Entwicklungen am Flughafen und bei den Airlines verfolgt sie intensiv, denn „alles hat natürlich auch Auswirkungen auf die Stadt.“