Mehr Schutz vor Hochwasser in Rannersdorf. Bereich bis Schwarzmühlstraße soll umgestaltet werden. Genehmigungsverfahren läuft.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 29. Juli 2021 (04:55)
440_0008_8129155_gre29gb_swe_hochwasser_rannersdorf_c_st.jpg
Baustadtrat Simon Jahn (Grüne) und Bürgermeisterin Karin Baier sowie deren Zwölfaxinger Amtskollegin Astrid Reiser (beide SPÖ) beim Schwechat-Fluss.
Stadtgemeinde

Wer in Zwölfaxing entlang der Schwechat unterwegs ist, der findet mittlerweile ein anderes Bild vor als noch vor ein paar Jahren. Grund dafür ist ein Hochwasserschutzprojekt, das mit Ende des kommenden Jahres abgeschlossen sein soll. Kosten: Rund 15,5 Millionen Euro. Doch mit der Fertigstellung des Zwölfaxinger Hochwasserschutzes ist das Gesamtprojekt nur zur Hälfte abgeschlossen. Der zweite Teil erstreckt sich über eine Länge von etwa 1,5 Kilometer durch Rannersdorf von der Ortsgrenze mit Zwölfaxing bis zur Schwarzmühlstraße.

Das Schwechater Vorhaben wird allerdings weit weniger bauliche Maßnahmen erfordern als jenes beim Nachbarn. „Aufgrund der gegebenen Platzverhältnisse steht deutlich mehr Retentionsfläche zur Verfügung“, erklärt Georg Honeder von der Abteilung „Bauwesen und Infrastruktur“ im Rathaus. auf NÖN-Anfrage. Sprich, die Fluten können im Fall eines Hochwassers auf mehr unbebaute Flächen abfließen.

Dennoch befinden sich entlang der Schwechat/Mitterbach insgesamt 235 Häuser zwischen Hutweide und Schwarzmühlstraße, die geschützt werden müssen. Ausgelegt ist das Projekt auf ein Hochwasser der Kategorie HQ100 – ein solches Flutereignis kommt damit statistisch gesehen alle 100 Jahre vor. Im Rahmen der Arbeiten wird der Flussverlauf mäandriert, was so viel heißt wie kurviger gestaltet. Derzeit fließt das Wasser relativ begradigt.

„Wesentlich ist, dass es durch diese Mäandrierung zu einer wesentlichen Verbesserung der Ökologie des Flusslaufes kommt“, freut sich Baustadtrat Simon Jahn (Grüne). Der betroffene Abschnitt soll auch künftig als Naherholungsgebiet dienen. „Wir hoffen auf eine Genehmigung Ende des Jahres beziehungsweise Anfang 2022“, hält Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) fest. Derzeit liegt das 2017 gestartete Projekt zur Prüfung bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) als zuständige Wasserrechtsbehörde.
Baubeginn mit frühestens 2023

Ein Sachverständiger für Gewässerökologie muss das in den vergangenen Monaten nachgebesserte Vorhaben noch bewerten. Bezirkshauptmann Peter Suchanek glaubt jedoch ebenfalls an eine Genehmigung mit Ende 2021 oder zumindest zu Beginn des kommenden Jahres.

Ein tatsächlicher Baubeginn ist laut Stadtgemeinde damit frühestens im Jahr 2023 oder sogar erst 2024 realistisch. Die Umsetzungsdauer wird in etwa zwei Jahre benötigen. Nach der Genehmigung durch die BH muss die Gemeinde die Arbeiten ausschreiben und dann an Ziviltechniker beziehungsweise Baufirmen vergeben.
Für den kommenden Herbst ist jedenfalls eine erst Informationsveranstaltung für die Bevölkerung – abhängig von der Pandemie – angedacht. Nähere Informationen dazu sollen folgen.