Förderrichtlinien vom Multiversum sorgen für Polit-Zoff. Rot-Grün für Subventionierung von auswärtigen Sportvereinen. VP dagegen, FP befürchtet versteckte Hilfe für SVS.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 22. November 2017 (04:26)
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FP-Stadträtin Andrea Kaiser sieht in der Anpassung eine stärkere Förderung der SVS.
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Es ist wie das Amen im Gebet – sobald das Multiversum Thema im Gemeinderat ist, kommt es zum Zwist. In der letzten Sitzung ging es aber gar nicht direkt um die Eventhalle, sondern um eine Anpassung der Förderrichtlinien. Bisher wurde nach folgenden Kriterien gefördert:

  • Die Ansuchenden müssen einen Bezug zu Schwechat aufweisen,
  • für die Schwechater Bevölkerung von Interesse sein oder 
  • einen karitativen Zweck erfüllen.

Bei Bällen oder Veranstaltungen von Schulen, Vereinen sowie sozialen oder Bildungseinrichtungen wäre eine Subvention von bis zu 100 Prozent der Mietkosten (bei Tagesveranstaltungen 6.000 Euro), bei reinen Sportveranstaltungen von Schwechater Sportvereinen oder mit deren Beteiligung eine Subvention von bis zu 70 Prozent möglich.

Wie Bürgermeister Karin Baier (SP) berichtete, gebe es auch Förderansuchen von gemeinnützigen Sportvereinen, die nicht aus Schwechat stammen. Daher habe man sich in der rot-grünen Stadtregierung auf eine Anpassung der Richtlinien verständigt. „Schwechat soll als Sportstadt verankert werden“, hält Baier fest. Der Vorschlag: Events von stadtfremden Sportvereinen sollen mit bis zu 90 Prozent unterstützt werden.

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SP-Stadtchefin Karin Baier will Schwechat als Sportstadtverankern.
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Während die NEOS dem Antrag zustimmten, war man bei der ÖVP dagegen. „Wir sind der Meinung, dass stadtfremde Vereine nicht mit 90 Prozent gefördert werden sollten“, betonte Fraktionssprecher Alexander Edelhauser. Die Bürgermeisterin wies jedoch darauf hin, dass es „bis zu 90 Prozent“ heiße. Zudem dürfe man nicht vergessen, dass die millionenschweren Förderungen von Bund und Land großteils darauf aufbauen, dass das Multiversum eine Sporthalle ist. „Daher besteht auch die Notwendigkeit für mehr Sportveranstaltungen“, so Baier.

Ein anderes Problem hatte die FPÖ mit dem Förderrichtlinien-Zusatz. „Uns ist die Formulierung zu wenig konkret“, kritisierte Stadträtin Andrea Kaiser. Denn aus der Sicht der Freiheitlichen lese sich die Anpassung so, dass nun auch die Sportvereinigung Schwechat (SVS) stärker gefördert werden könne. Dieses Argument ließ Baier nicht gelten: „Die SVS ist ein Schwechater Verein und konnte jetzt schon mit bis zu 100 Prozent gefördert werden.“ Es gehe hier um die Öffnung für stadtfremde Vereine. Zudem ergänzte Sportstadtrat Christian Habisohn (SP): „2016 gab es nur ein Event der SVS im Multiversum, heuer noch keines.“

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