Junge SPÖ wünscht sich Gemeinde-WGs. Schwechat soll Gemeindewohnungen für Wohngemeinschaften zur Verfügung stellen. Maximal-Einkommen: 1.200 Euro pro Bewohner.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:28)
NOEN, Wimmer
JG-Vorsitzender Marco Luksch hofft auf die Umsetzung der Gemeinde-WGs.

Trotz reger Bautätigkeit ist der Wohnraum in der Braustadt knapp – vor allem im „leistbaren“ Segment. Die Junge Generation der SPÖ (JG) geht hierbei einen ganz eigenen Weg: Die Gruppe um Vorsitzenden Marco Luksch legte der Stadtgemeinde ein Konzept für Wohngemeinschaften (WGs) in Gemeinde-Wohnungen vor.

„Das wäre etwas ganz Neues. Unser Vorschlag ist eine zweite Liste zur normalen Wohnungsliste, eben für WGs“, so Luksch im NÖN-Gespräch. Laut JG würde das Wohnen durch die geteilte Miete für den Einzelnen leistbar. Die Grundüberlegung der jungen Sozialdemokraten ist es, bestehende große Gemeindewohnungen für Wohngemeinschaften zur Verfügung zu stellen. Denn gerade diese Wohnungen sind laut JG schwer zu vermitteln, da die monatlichen Belastungen doch deutlich höher sind. Die Vermittlung soll rein über die Gemeinde laufen, auch wenn eine Genossenschaft Wohnungen für WGs anbietet.

Fokus auf Genossenschaftswohnungen

Grundvoraussetzungen für die Möglichkeit, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen, wären das Höchstalter von 30 Jahren und ein Maximal-Einkommen von 1.200 Euro netto. „Karin Baier (Bürgermeisterin, Anm.) hat uns ihre Unterstützung zugesagt und ist derzeit auf der Suche nach WG-tauglichen Wohnungen“, berichtet Luksch.

Die SP-Stadtchefin bezeichnet die Idee der JG als „charmant“. „Das gibt es, soweit ich weiß, noch in keiner Gemeinde. Auch sämtliche WGs in Wien sind privatorganisiert“, erläutert sie. Im Fall von Gemeindewohnungen hält Baier aber fest, dass es nur ganz wenige gebe, die vom Grundriss ins Schema passen. „Bei einer Wohngemeinschaft müssen alle Zimmer getrennt voneinander begehbar sein“, so die Bürgermeisterin. Dennoch hält sie das zur Verfügung stellen von Gemeindewohnungen nicht für völlig unrealistisch.

Allerdings legt sie ihren Fokus derzeit eher auf Genossenschaftswohnungen. Hier stellt sich aber vor allem noch eine rechtliche Frage, übrigens ebenso wie im Fall einer Gemeindewohnung. Denn in den meisten Fällen gibt es einen oder zwei Hauptmieter. „Ich will aber keinem Jungen die Bürde der Vertragsgestaltung auferlegen“, erklärt Baier. Zudem kommt es in WGs naturgemäß eher zum Wechsel der Bewohner. Hier will sie mit den Genossenschaften in Gespräche kommen und eine von der „Logik her gute Lösung finden“. Auch ein zwischengeschalteter Trägerverein als Hauptmieter ist denkbar.

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  • Gemeinde-Wohnungen als WG für Junge?