Karin Baier zu Multiversum: „Ist das, was möglich war“

Erstellt am 09. September 2020 | 04:39
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Karin Baier ist seit 2015 Bürgermeisterin in Schwechat.
Foto: Burggraf
Stadtchefin Karin Baier (SPÖ) über den Hallenverkauf und die weiteren Pläne.
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NÖN: Wie beurteilen Sie die Verkaufslösung für das Multiversum?

Karin Baier: Wir haben über ein Jahr lang mit der „Akron Group“ und dem Betreiber verhandelt. Alle Parteien waren im Hearing dabei – wenn die ÖVP andere Meinung ist, ist das ok. Dass alle bis auf eine Partei dabei sind, zeigt, dass wir das sehr offen behandelt haben und nicht von „Drüberfahren“ die Rede sein kann. Letztlich ist es das, was möglich war. Besser gings nicht, den Super-Deal kriegst einfach nicht mehr hin. Gerade in Zeiten wie diesen. Ich möchte aber betonen, dass es trotz Corona zu keiner Deal-Verschlechterung gekommen ist.

Welche finanziellen Verbindlichkeiten werden mit dem Kaufpreis von 20 Millionen Euro gedeckt?

Baier: Wir sprechen hier von drei Darlehen über 15 Millionen Euro, für die wir als Stadtgemeinde die Haftung übernommen haben. Das war als Eigentümer notwendig, falls das Multiversum die Kredite nicht selbst zahlen kann. Darüber hinaus fallen 1,9 Millionen Euro an jährlichen Zuschüssen weg, die für den laufenden Betrieb an das Multiversum geflossen sind.

Die Rückpachtung der Mehrzweckhalle sorgt für Kritik. Hätte ein Pauschalbetrag für ein paar Events im Jahr nicht gereicht?

Baier: Wir reden hier von weniger als der Hälfte der Gebäude-Gesamtfläche. Die Halle ist jener Bereich, den ich zur Nutzung brauchen werde. Ich habe nun einmal keinen Gemeindesaal für Veranstaltungen. Vertraglich ist mit dem künftigen Betreiber vereinbart, das die Stadt über zehn Veranstaltungen und mehr verfügen kann. 2019 haben wir 140.000 Euro an Förderungen ausgeschüttet. Die ÖVP meint, dass die Kosten pro Event viel günstiger wären. Eine Veranstaltung kostet aber nicht nur die Hallenmiete von 7.500 Euro pro Tag. Das geht bis an die 30.000 oder 40.000 Euro. So können wir den Schwechater Vereinen und Veranstaltern noch mehr entgegenkommen.

Die Pacht beträgt 500.000 Euro. Mit Betriebskosten und Co. liegt man bei 900.000 Euro.

Baier: Es werden maximal 900.000 Euro sein. Neben den Betriebskosten sind auch schon etwaige Instandhaltungsausgaben darin einberechnet. Die Steuer können wir uns zurückholen. Selbst wenn es aber zum Schlechtesten, den 900.000 Euro kommt, ist es noch immer eine Million Euro weniger als bisher. Bei Reparaturen muss ich mich um die Mehrzweckhalle kümmern, nicht aber wenn die Eingangstür kaputt ist. Das ist ein berechenbareres Risiko im Gegensatz zum ganzen Haus.

Warum hat man sich die Firma „Schwechat Arena Betrieb GmbH“ als Betreiber der Mehrzweckhalle ins Boot geholt?

Baier: Eine Halle wie das Multiversum liegt nicht in der Kernkompetenz einer Stadt. Über die Vermietung durch den Betreiber kommt auch wieder Geld herein. Sie zahlen zwar keine Pacht an uns, die Stadt ist aber an den Umsätzen beteiligt. Bis zu einer gewissen Anzahl von Veranstaltungen gehen 70 Prozent an uns, danach gilt 50:50. -gb-

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