Körnerhallen-Verkauf nur mit SPÖ-Stimmen. Platz für 50 bis 60 neue Wohnungen nach Abriss. In bestehende Mietverträge werde aber nicht eingegriffen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 16. September 2014 (15:37)
Die Körnerhalle aus der Vogelperspektive. Der vordere Teil, in der die Halle untergebracht ist, wird im Frühjahr abgerissen und ein neuer Wohnbau an den angrenzenden gebaut.
NOEN, Andreas Fussi
Mit den Stimmen der SPÖ wurde bei der Gemeinderatssitzung der Verkauf der Körnerhalle samt Wohngebäude an die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft „Familienwohnbau Niederösterreich“ beschlossen.

Nach einem Grundsatzbeschluss im Gemeinderat im Mai wurde mit potenziellen Interessenten Kontakt aufgenommen. „Nach Vorgesprächen fand man in der Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft „Familienwohnbau Niederösterreich“ den richtigen Käufer“, heißt es in einer Aussendung der Stadtgemeinde. Verkaufspreis: 1,5 Millionen Euro.

Die Wohnbaugenossenschaft will nach Abriss der Halle neue Wohnungen bauen – „in der Größenordnung von 50 bis 60 Einheiten“, so SPÖ-Bürgermeister Gerhard Frauenberger. Das Sukopp-Relief soll dabei in den Neubau integriert werden. „Ganz wichtig festzustellen ist, dass sich für die Mieter im Wohnhaus am Hauptplatz, nichts ändern wird – in bestehende Mietverträge darf nicht eingegriffen werden. Das ist auch im Mietrechtsgesetz so festgeschrieben“, entkräftet Frauenberger Befürchtungen.

Mit der Einreichung der Baupläne wird für das kommende Frühjahr gerechnet.
Enttäuscht über den Verkauf an die Familienwohnbau Niederösterreich, zeigt sich der Schwechater Baumeister Manfred Leiner, der ebenfalls ein Kaufangebot vorgelegt hatte. Leiner war bei der Gemeinderatssitzung anwesend und verließ sie nach der Abstimmung zornig.

„Ich bin Bürger in Schwechat und seit 40 Jahren Unternehmer und zahle pünktlich meine Abgaben und Steuern“, versteht er nicht, warum er den Zuschlag nicht erhielt. 1,5 Jahre lang habe er an dem Projekt gearbeitet und den Gremien präsentiert, fast hatte er die Zusage schon in der Tasche. Er sei sehr enttäuscht von der Stadtgemeinde.

Bei der Opposition spricht man sich unisono gegen den Verkauf von Gemeindewohnungen aus. Grün-Gemeinderat Peter Pinka hinterfragte, nach welchen Verfahren die Auswahl stattfand und ob der Bestbieter gewählt worden sei. Darauf entgegnete der Bürgermeister, dass jeder Gemeinderat das Exposé hätte lesen können. Es habe insgesamt drei Runden gegeben, zuletzt mit den Bestbietern. Gewonnen hätte „das beste Projekt mit dem besten Preis“.

FPÖ-Stradtrat Helmut Jakl erinnerte daran, dass die FPÖ immer gegen den Verkauf von Gemeindewohnungen eintrat und eine Volksbefragung dazu anregen wollte. Die SPÖ hätte stets beteuert, keine Wohnungen verkaufen zu wollen. Nun sei alles anders, kritisierte Jakl.
 

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