Vier Jahre Haft und Einweisung für AHS-Lehrer. Unter regem Medieninteresse hat in Korneuburg am Montag der Missbrauchsprozess gegen einen suspendierten AHS-Lehrer begonnen.

Von Jutta Hahslinger. Update am 25. Juni 2018 (13:51)
Jutta Hahslinger
der Angeklagte

Jutta Hahslinger
Verteidigerin Martina Hackl

Der 37-jährige Pädagoge unterrichtete seit dem Jahr 2010 am Bundesgymnasium Schwechat die Unterrichtsgegenstände Geografie und technisches Werken. Mit den Jahren begann der Lehrer, Gefallen an seinen Schülerinnen zu finden und fühlte sich auch körperlich immer mehr zu ihnen hingezogen. 2015 versuchte er dann erstmals, seine Sex-Fantasien in die Realität umzusetzen und trachtete danach, einer Schülerin körperlich näher zu kommen: Er bot einer 18-jährigen Schülerin im Austausch für Zärtlichkeiten einen USB-Stick mit den ausgearbeiteten Fragen für die Reifeprüfung an. Die 18-Jährige ließ den Lehrer jedoch abblitzen und stieg auf das unmoralische Angebot nicht ein.

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Staatsanwältin Gudrun Bischof

Mit diesem Annäherungsversuch, Staatsanwältin Gudrun Bischof sieht darin einen versuchten Missbrauch der Amtsgewalt, hatte der 37-Jährige erstmals als Lehrer eine Grenze überschritten und einen folgenschweren Weg beschritten: Enthemmt und von seinen sexuellen Begierden getrieben, fertigte der Lehrer Fotocollagen - reale Pornobilder vermischt mit Körperteilen von ihm und Fotos von Schülerinnen – zum Zwecke der Selbstbefriedigung an.

Man legte Geständnis ab

Triebgesteuert reichten die Collagen dem Mann auf Dauer nicht mehr aus, und er schreckte letztlich nicht davor zurück, selbst Hand an Schülerinnen anzulegen. Er nutzte seine Autoritätsstellung als Lehrer skrupellos aus, und er ging gegen die sexuelle Integrität von vier unmündigen Schülerinnen (elf- und zwölfjährig) vor: Es kam zu Berührungen im Intimbereich von Schülerinnen und letztlich sogar zu - dem Beischlaf gleichzusetzenden - geschlechtlichen Handlungenn mit zwei Schutzbefohlenen.

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Richtervorsitz Franz Furtner

Der 37-Jährige legte vor dem Korneuburger Schöffensenat (Richtervorsitz Franz Furtner) ein umfassendes Geständnis ab, und er gab die Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, die Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und die Vergehen der pornografischen Darstellung von Minderjährigen zu. Ihm scheinen die Konsequenzen – Strafe und Berufsverbot – klar zu sein. 

Der bislang unbescholtene 37-Jährige wurde nach einem mehrstündigen Beweisverfahren von dem Schöffensenat in allen Anklagepunkten für schuldig befunden und zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Weiters sprach Richter Franz Furtner ein fünfjähriges Berufsverbot über den suspendierten Lehrer aus. Dem Pädagoge ist jeglicher Kontakt zu Minderjährigen untersagt.

Der Senat ordnete auch die Unterbringung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig – Angeklagter und Anklägerin gaben keine Erklärung zu dem Urteil ab.