Kripo-Rekord bei Aufklärungen. Im Vorjahr gab es 2.856 Anzeigen, jeder zweite Täter wurde gefasst.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 03. Juni 2020 (05:57)
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„In den vergangenen zehn Jahren hatten wir durchschnittlich über 3.000 Anzeigen. Mit 2.856 liegen wir damit immer noch darunter“, betont Franz Wachtler. Aus diesem Grund macht sich der oberste Kriminalbeamte im Schwechater Stadtpolizeikommando auch keine Sorgen, dass die Zahl der Delikte wieder angestiegen ist.

NOEN

Denn an das 2018 mit lediglich 2.662 Anzeigen kam man im Vorjahr nicht heran. Allerdings: „2018 war das beste in den letzten zehn Jahren“, relativiert Wachtler. Darüber hinaus konnten seine Kripo-Beamten die höchste Aufklärungsquote des Jahrzehnts erzielen. So wurden im Vorjahr bei 48,7 Prozent der Delikte der oder die Täter gefasst – 2018 waren es 46,9 Prozent gewesen.

„Als wir 2012 in Schwechat übernommen haben, lag die Aufklärungsquote noch bei 31 Prozent“, erinnert sich der Chef der Schwechater Kriminalpolizei. Ein wichtiger Baustein für diese Entwicklung ist die zunehmende Spezialisierung der Beamten auf ein Fachgebiet. „Wir schicken unsere Kollegen regelmäßig zu Schulungen, natürlich auf freiwilliger Basis. Dadurch gibt es Experten für Suchtmitteldelikte wie auch für jene gegen fremdes Vermögen“, erläutert Wachtler.

Der Bereich „Strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen“ macht auch gut 55 Prozent aller Anzeigen aus. Dabei handelt es sich um Raub, Einbrüche oder Diebstähle. Weitere 16 Prozent sind auf „Urkundendelikte“ zurückzuführen. Neben dem Gebrauch fremder oder gefälschter Ausweise fallen hier auch gestohlene Führerscheine bei Taschendiebstählen hinein. Die Zahl stieg von 352 im Jahr 2018 auf 468 im Vorjahr, sprich ein Plus von 33 Prozent. Die deutliche Steigerung ist laut dem Kripo-Chef auch der Personalaufstockung durch die Grenzpolizeiassistenten und die enormen Passagierzuwächse 2019 am Flughafen zu erklären. „Urkundendelikte sind Kontrolldelikte – wird mehr kontrolliert, gibt es auch mehr Anzeigen“, hält Wachtler fest.

Die meisten Fälle in einem Einzelsegment gab es im Vorjahr übrigens bei den Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz. Hier galt es für die Schwechater Beamten 178 Anzeigen abzuarbeiten. „Dieser Bereich ist sehr flughafenlastig“, merkt der Kriminalbeamte an und verweist auf abgefangene Postsendungen voller Drogen. Man sei hier auf einem guten Weg, auch in der internationalen Zusammenarbeit zur Ausforschung von Schmugglern. Die Aufklärungsquote liegt bei 92,7 Prozent.

Vermehrt zu tun bekommt es die Exekutive mit Delikten im Internet. Hier ist die prozentuelle Steigerung besonders hoch, die Fälle in absoluten Zahlen aber noch überschaubar. „Die Aufklärung ist schwierig, die Täter könnten auf der ganzen Welt sein“, erklärt Wachtler. In der Stadtpolizei gibt es derzeit zwei Experten für Cybercrime.