Mediziner verleumdet: 5.400 Euro Geldstrafe. Noch vor Betreten des Behandlungsraumes machte 55-Jähriger kehrt, kam zu Sturz und behauptete: „Arzt stieß mich mit Tür um!“

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 27. September 2018 (05:54)
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Symbolbild

Mit Nachdruck und unter Ausschöpfung aller rechtlicher Mittel versuchte ein 55-Jähriger aus dem Raum Schwechat, einem Arzt die Schuld an seinen Verletzungen zu geben.

Er behauptete, der Arzt habe ihn aus dem Behandlungszimmer hinausgeworfen und aus Wut die Tür zugeknallt. Er sei im Bereich der Türschwelle gestanden, aus dem Gleichgewicht gekommen und gestürzt. Die Schuld an den erlittenen Prellungen gab der 55-Jährige dem Arzt, und er beauftragte einen Anwalt mit einer Anzeige. Die Ermittlungen liefen ins Leere, aber der 55-Jährige bestand auf Verfolgung – mit dem Erfolg, dass er selbst wegen Verleumdung und falscher Beweisaussage auf der Anklagebank landete.

Zeugen bestätigen Aussagen des Arztes

Auch vor Strafrichter Manfred Hohenecker blieb der 55-Jährige bei der Behauptung, der Arzt trage die Schuld an der Verletzung.

„Ich habe keine Tür zugeknallt. Noch bevor er den Behandlungsraum betrat, machte er kehrt. Ich habe ihn nicht rausgeworfen, auch nicht aufgefordert, den Raum zu verlassen. Dann spielte sich alles hinter geschlossener Tür ab“, schildert der Mediziner.

Zeugen bestätigen, dass es keinen Türknaller gab und der Angeklagte plötzlich zu Boden ging: „Ich hatte den Eindruck, ihm ist schlecht geworden. Ich wollte ihm aufhelfen, aber da stand er schon wieder. Der Arzt hat die Tür jedenfalls nicht zugeworfen“, schildert ein 49-Jähriger im Zeugenstand.

Nach dem Beweisverfahren befindet der Richter den Angeklagten für schuldig und verhängt über ihn eine unbedingte Geldstrafe von 5.400 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.