Messer-Attacke: Staatsanwaltschaft geht von Mord aus. Schwechater soll Tat geplant haben. Verteidiger plädiert aber auf Notwehr.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 16. August 2018 (05:28)
In dieser Wohnhausanlage in der Himbergerstraße ereignete sich der folgenschwere Streit zwischen dem 32-jährigen Schwechater und seiner ehemaligen Lebensgefährtin.
NÖN Archiv/Stefan Obernberger

Die Messer-Attacke vom 26. März versetzte ganz Schwechat in einen Schockzustand. Fünfmal stach ein heute 32-Jähriger auf seine ehemalige Lebensgefährtin ein. Die Mutter seiner beiden Kinder (3 und 5 Jahre alt) überlebte nicht.

Wie Friedrich Köhl von der Staatsanwaltschaft Korneuburg bestätigt, wurde nun Anklage eingereicht. Die Staatsanwaltschaft geht von einer vorsätzlichen Tat und Mord aus. Der Strafrahmen bewegt sich zwischen zehn und 20 Jahren oder lebenslänglich. Der Angeklagte befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. „Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest“, erklärt Köhl.

Der Anwalt des 32-jährigen Schwechaters, Nikolaus Rast, geht von einem Termin im Oktober aus. Für den Wiener Juristen war die Messer-Attacke jedoch „klare Notwehr“, wie er im Gespräch mit der NÖN festhält. „Sie ist auf ihn losgegangen. Sie war 30 Kilo schwerer und einen Kopf größer, mein Mandant hatte Todesangst“, so Rast.

Der 32-Jährige sei sich seiner Tat auch voll bewusst – er hatte sie auch bereits direkt nach seiner Festnahme zugegeben – und fühle sich furchtbar. „Nicht nur wegen der drohenden Strafe, sondern auch weil er seinen Kindern die Mutter genommen hat“, untermauert der Anwalt.

Urlaubsfahrt nach Tat: „Hat Nerven verloren“

Dass der Schwechater unmittelbar nach der Messer-Attacke mit den Kindern, die während der Tat am Gang warteten, und seiner neuen Freundin noch in den Urlaub ins Waldviertel gefahren ist, zeige nur, dass er die Nerven verloren habe, so Rast.

Laut einem Bericht der Austria Presse Agentur (APA) sieht das die Staatsanwaltschaft jedoch anders. Er soll den Kurzbesuch genutzt haben, um die Frau zu töten. So soll der 32-Jährige sogar ein zweites Paar Handschuhe mitgehabt haben, das er später entsorgen wollte.