Mittelschul-Ausbau um zehn Millionen. NMS Schmidgasse wird um vier Klassen und Nebenräume erweitert. Antrag auf neues Gymnasium beim Komplex abgelehnt.

Von Susanne Müller. Erstellt am 13. November 2019 (04:07)
Die Neue Mittelschule für Sport und Sprache verzeichnet Zuwachs und ist sanierungsbedürftig. Für beides soll das Projekt der Stadt eine Lösung bringen.
Burggraf

Der Neuen Mittelschule Schmidgasse haben die Schwerpunkte auf Sport und Sprache in den letzten Jahren immer mehr Zulauf gebracht. Mittlerweile hat man dort mit Platzmangel zu kämpfen. Nun soll die Schule nicht nur generalsaniert, sondern auch um vier Klassen, einen Bewegungsraum und einige Nebenräume erweitert werden. Einen dementsprechenden Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat am Donnerstag einstimmig.

„Für die Umsetzung des Vorhabens werden finanzielle Mittel in der Höhe von 9,85 Millionen Euro netto zur Verfügung gestellt“, erklärte Baustadtrat Simon Jahn (Grüne). Darin sind die Kosten für ein Ausweichquartier während der Bauarbeiten noch nicht inbegriffen.

Der parteifreie Gemeinderat Paul Haschka nutzte die Gelegenheit, um auch den Platzbedarf im Schwechater Gymnasium aufs Tapet zu bringen. „Das wäre eine gute Gelegenheit für Gespräche mit dem Bund für ein zweites Gymnasium in Schwechat“, so Haschka. Er meinte sogar, dass bei der NMS Schmidgasse eine freie Fläche vorhanden wäre, die dafür geeignet wäre. „Entweder wir zahlen dort einen Neubau und der Bund mietet ihn oder er beteiligt sich unmittelbar am Bau“, schlug Haschka zwei Varianten vor und stellte einen entsprechenden Zusatzantrag, dass eine weitere AHS in dem Gebäudekomplex untergebracht und zeitgleich mit der NMS-Sanierung umgesetzt werden soll.

Viele Argumente gegen Gymnasium bei NMS

SP-Gemeinderätin Inna Mlada machte darauf aufmerksam, dass die NMS schon lange auf eine Sanierung warte. „Wir dürfen hier nicht die Kompetenzen mischen“, betonte Mlada, dass es sich bei einem Gymnasium schließlich um eine Bundesschule handelt. Darüber hinaus sei auf dem Grundstück der NMS schlicht kein Platz für eine weitere Schule. Das bekräftigte auch Stadtrat Simon Jahn: „Mit dem NMS-Zubau ist der Standort voll ausgebaut.“ Das wollte Haschka jedoch nicht glauben.

„Die Freiflächenberechnung bei einer Schule bezieht sich auf die Anzahl der Schüler, egal, ob wir sie legen oder stellen“, merkte auch SP-Bürgermeisterin Karin Baier an, dass bei einem Schulbau eben bestimmte Flächen-Vorschriften eingehalten werden müssen. Und bekam Unterstützung von Grünen-Bildungsstadträtin Ljiljana Markovic: „Es gab bereits eine Begehung mit Land und Bund. Es gibt Platz für vier Klassen im Zubau. Dazu gibt es einen Beschluss. Wir können nicht einfach alles über den Haufen werfen, weil Herr Haschka meint, wir bauen ein Gymnasium.“

Und SP-Sportstadtrat Christian Habisohn zeigte sich geschockt von der Idee, die Freifläche, die von der NMS für sportliche Aktivitäten verwendet werde, verbauen zu wollen.

Der Grundsatzbeschluss für den Zubau und die Sanierung der NMS fiel letztendlich einstimmig. Haschkas Zusatzantrag erhielt nur die Stimmen von Haschka selbst und von Neos-Gemeinderat Norbert Etz.