Morddrohung und Ohrfeige endet vor Gericht. 33-Jähriger soll in Schwechat zwei Frauen und einen Mann mit einem Schraubenzieher gedroht haben, sie umzubringen. Verhandlung mangels gesicherter Zeugenaussagen vertagt.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 10. Juni 2021 (04:52)
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Der Besuch eines 33-jährigen Slowaken in Schwechat am 27. Jänner diesen Jahres endete damit, dass dieser zwei anwesenden Frauen und einem Mann mit einem Schraubenzieher in der Hand gedroht hat: „Ich werde euch umbringen.“ – So zumindest sieht das die Staatsanwaltschaft Korneuburg.

Alkoholtest ergab 1,7 Promille

In der Einvernahme versuchte der gelernte Förster Richterin Monika Zbiral zu erklären, wie es dazu kam, soweit er sich zumindest selbst an den Vorfall erinnern konnte. Der Alkoholtest bei der Polizei ergab 1,7 Promille, sodass er in der Wohnung in Schwechat wohl noch an die 2,3 Promille im Blut hatte. Er sei wütend geworden, weil er auf einen „Jimmy“ gewartet hätte, der ihm noch 700 Euro schuldete, aber im Verlauf seines Besuchs immer wieder vertröstet worden sei und er das Gefühl gehabt habe: „Alle betrügen mich.“

Liste der Vorstrafen ist lang

Eine faustdicke Überraschung setzte es für die Verteidigung, da die Richterin auch unter dem Geburtsnamen des Angeklagten Auskünfte über Vorstrafen einholte. Da fanden sich Delikte aus früheren Jahren wie Diebstahl, Wucher, schwerer bewaffneter Raub und ein Ausbruchsversuch aus einem Gefängnis.

Angesichts des satten Vorstrafenregisters und der Tatsache, dass er am 10. Juli 2020 vom Landesgericht für Strafsachen in Wien zu acht Monaten bedingt wegen eines gefälschten Führerscheins verurteilt wurde, ging es für den Angeklagten um viel.

Nur ein Zeuge erschien

Zur Aufklärung der Abläufe am 27. Januar hatte Zbiral drei Zeugen geladen, wovon nur einer erschien. Der 26-jährige Serbe, in dessen Wohnung sich der Vorfall abspielte, sagte aus, vom 33-Jährigen zwar eine Watsche bekommen zu haben, bestritt aber – im Unterschied zu seiner Aussage bei der Polizei – die gefährliche Drohung.

Dolmetscher soll Klarheit bringen

Das war für die Richterin an der Stelle des Verfahrens „rechtsstaatlich heikel“ und zwar aus dem Grund der sprachlichen Vermittlung. Sie vertagte die Verhandlung, um einen Dolmetscher für den Zeugen beizuziehen. Die zwei nicht erschienen Zeugen kassierten Ordnungsstrafen von je 200 Euro.