Multiversum: Geplatzter Teilverkauf könnte Folgen haben. „Schönhaus Immobilien“ will 150.000 Euro von der Stadt für entstandene Kosten bei Eurospar-Deal – die sagt „Nein“.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 09. September 2020 (04:44)
Teilverkauf des Eurospar-Komplexes als Streitpunkt.
Burggraf

Sechs Millionen Euro hätte der Verkauf des Eurospar-Gebäudeteils der Stadt gebracht. Doch die Opposition aus FPÖ, ÖVP und NEOS zogen bei der Beschlussfassung im Dezember 2018 aus dem Gemeinderat aus und boykottierten so den Verkauf. Zwei weitere Anläufe ließ dann die SPÖ um Bürgermeisterin Karin Baier selbst platzen. Danach war der Teilverkauf an die „Schönhaus Immobilien GmbH“ vom Tisch.

„Wir hätten das Gebäude so nicht verkaufen können, sondern nur einen Anteil am gesamten Komplex von 22 Prozent“, erläutert die Stadtchefin heute. Bei etwaigen Änderungen oder Umbauten hätte man daher die Immobilienfirma immer fragen müssen. „Und sie hätte es um Jahre verzögern können, obwohl wir als Stadt die Mehrheiten gehalten hätten“, erläutert sie die Gründe für ihre Abkehr von diesem Verkaufsdeal. Am Donnerstag wurde nun der Gesamtverkauf beschlossen:

Firma forderte 350.000 Euro

Doch der geplatzte Deal könnte nun ein Nachspiel vor Gericht haben. Zumindest fordert „Schönhaus Immobilien“ die Stadt auf, für ihren entstandenen finanziellen Schaden aufzukommen. Anfangs wollte die Firma knapp 350.000 Euro, tatsächlich belegen konnte man aber nur rund 153.000 Euro. Aus Kulanz schnürte man ein Vergleichsangebot in Höhe von 150.000 Euro (netto). Kommt die Stadt dem nicht nach, wäre der Gang vor Gericht denkbar. Bis Redaktionsschluss legte sich die Firma jedoch nicht fest, ob man den Schritt nun setzen will.

Seitens Gemeinde und Multiversum-Geschäftsführung sieht man der Drohung gelassen entgegen und sieht dafür keinerlei Rechtsgrundlage. „Wir haben wie ein Mantra bei allen Besprechungen festgehalten, dass ein Vertragsabschluss nur vorbehaltlich eines Gemeinderatsbeschlusses erfolgen kann“, erläutert Hallenchefin Annette Neumayer-Weilner.

SP-Bürgermeisterin Baier stößt ins selbe Horn: „Wir haben die Situation auch mit Maklern und Investoren besprochen. Alle meinten, dass das Geschäftsrisiko ist.“