Multiversum: Stadt lehnt Kaufangebot ab. Stadtgemeinde und Geschäftsführerin wollen an Wertsteigerung arbeiten. Opposition kritisiert zum Teil heftig.

Von Gerald Burggraf und Susanne Müller. Erstellt am 23. August 2017 (04:45)
Burggraf
Das Multiversum ist auch bei den Verkaufs-Bemühungen Streitpunkt zwischen Regierung und Opposition.

Der Plan, das Multiversum zu verkaufen, besteht bereits seit Ende 2015. „Viel Gutes“ habe sich seither getan, betont man bei der Stadtgemeinde. Mit der Einigung in Sachen „Werner Schlager Academy“ schien schließlich im Vorjahr der Weg für die Veräußerung geebnet. Ein Angebot über zehn Millionen Euro exklusive Umsatzsteuer wurde am Freitag von der Stadtregierung als „nicht akzeptabel“ dennoch ausgeschlagen. Die Halle stelle einen „großen und hohen Wert dar. Daher kann ich im verantwortlichen Umgang mit dem Geld aller Schwechaterinnen und Schwechater mit einem Kaufpreis dieser Höhe nicht leben“, erklärt SP-Bürgermeisterin Karin Baier.

Im Zuge der Käufersuche habe sich zudem eine weitere Option aufgetan: ein Teilverkauf, sprich die Veräußerung der einzelnen Bereiche des Multiversum-Komplexes. Stadtgemeinde und Hallen-Geschäftsführerin Annette Neumayer-Weilner zeigen sich überzeugt, dass man so „bei einer künftigen Gesamtlösung einen deutlich besseren Preis“ erzielen könnte.

Verscherbeln um jeden Preis werden wir die Halle sicher nicht.“ Grün-Gemeinderat Peter Pinka 

Darüber hinaus soll das Multiversum wieder ein positives Image verpasst bekommen. Derzeit würden mit Veranstaltern und internationalen Unternehmen Verhandlungen geführt, um „2018 in ein gänzlich neu orientiertes und aufgestelltes Veranstaltungsjahr gehen zu können“, so die Multiversum-Geschäftsführerin. Neben Sport, Kunst und Kultur soll die Halle auch als Veranstaltungslocation für Unternehmen präsentiert werden. „Ziel ist es, die Auslastung des Multiversums derart zu steigern, dass potenzielle Käufer den künftigen wirtschaftlichen Nutzen erkennen und entsprechende Angebote höheren Umfangs übersenden“, so Baier.

Auch bei den Grünen betont man, dass man das Multiversum zwar so rasch wie möglich verkaufen wolle, aber „verscherbeln um jeden Preis werden wir die Halle sicher nicht“, so Grün-Gemeinderat Peter Pinka. Ziel sei, die Halle bis 2018 zu verkaufen. „Deshalb müssen wir nun zügig weitere Schritte setzen, um dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren“, meint er.

Ganz anders die Reaktionen der Opposition

Heftige Kritik hagelt es von den Freiheitlichen. Am „finanziellen Desaster“ habe sich nichts geändert. „Der Nichtverkauf der Halle hat geschätzte 200.000 Euro gekostet. Die jährlichen Zuschüsse an das Multiversum belaufen sich auf etwa 2,4 Millionen Euro“, so FP-Stadträtin Andrea Kaiser, die einzig im Verkauf der Halle eine langfristige Kostenbefreiung sieht. Kaiser wirft sogar der ursprünglichen „Liquidationsgeschäftsführerin“ Neumayer-Weilner vor, „Gefallen an ihrem Job gefunden zu haben“ und den Verkauf deshalb hinauszögern zu wollen.

ÖVP-Chef Anton Imre betont auch, dass er das „viele Gute“ bis jetzt noch nicht erkennen habe können. „Einer möglichen Teilverwertung sehen wir aber mit Interesse entgegen“, meint er. Jedenfalls sei es für ein „Konzept einer alternativen Nutzung und/oder eines professionellen Betriebs höchst an der Zeit“, so Imre.

Für Schadensminimierung plädiert Michael Sicha von den NEOS: „Wie man dieses Millionengrab schlussendlich loswird, ist egal, es muss der Schaden so gering wie möglich gehalten werden, um endlich wieder Geld für dringend notwendige Sachen in die Hand nehmen zu können.“

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