Mutter rettete ihre Tochter aus Würgegriff. Der Freund der 18-Jährigen rastete aus. 47-Jährige trat Wohnungstür ein.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 29. Mai 2019 (06:00)
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„Er ist unbegründet eifersüchtig. Meine Tochter darf keine zu engen Hosen oder zu tief ausgeschnittene Shirts tragen. Sie lässt sich aber nicht alles gefallen und so kommt es immer wieder zu Streit. Er ist ja ein lieber Kerl, aber wenn er ausrastet, hat er sich nicht mehr unter Kontrolle“, erzählt eine 47-Jährige im Zeugenstand von der turbulenten Beziehung ihrer Tochter (18) zu einem 19-Jährigen. Am 17. Februar dieses Jahres habe die Tochter sie angerufen und weinend um Hilfe gebeten: „Bitte komm, er lässt mich nicht aus der Wohnung.“

Sie sei sofort zur Wohnung in Schwechat geeilt, dort dann jedoch vor einer verschlossenen Tür gestanden: „Ich habe gegen die Tür gehämmert. Keine Reaktion. Als ich mein Kind dann schreien hörte, trat ich die Tür ein. Ich stürmte rein und sah, wie er meine Tochter am Hals gepackt hat. Als er mich sah, ließ er ab. Meine Tochter war aufgelöst, weinte und er schrie wie am Spieß, als ich die Polizei anrief“, schildert die 47-Jährige. Sie muss aber postwendend eingestehen: „Sie hat ihm verziehen und ist wieder zusammen mit ihm. Ich bin nicht sehr glücklich darüber, denn ich habe Angst um mein Kind. Er braucht therapeutische Hilfe.“

Meine Tochter war aufgelöst, weinte und er schrie wie am Spieß, als ich die Polizei anrief“, berichtet die 47-jährige Mutter vor Gericht.

Dass er Hilfe braucht, um seine Aggressionen und Eifersuchtsanfälle in den Griff zu bekommen, sieht der 19-Jährige mittlerweile ein und beteuert: „Ich werde mir Hilfe suchen.“ Er gibt auch zu, seine Freundin eingesperrt, gestoßen und dadurch verletzt (Hämatome) zu haben. Gewürgt will er sie nicht haben.

Der vorbestrafte 19-Jährige wird wegen Freiheitsentziehung, Nötigung und Körperverletzung zu drei Monaten bedingt verurteilt: „Das nächste Mal sitzen Sie“, mahnt der Richter.