Neubau um fast 10 Millionen für Rotes Kreuz

Neue Vorgaben verlangen größeren Umfang der Rot-Kreuz-Zentrale in Schwechat, zudem schlägt Teuerung bei Baustoffen zu. Baustart im Frühjahr.

Gerald Burggraf
Gerald Burggraf Erstellt am 22. September 2021 | 05:50

Statt 58 Jahre wird das Bezirksstellen-Gebäude des Roten Kreuzes 59 Jahre auf dem Buckel haben, bis es zum groß angelegten Neu- und Ausbau kommt. Denn ein Baustart für das Millionen-Projekt geht sich heuer definitiv nicht mehr aus. Stattdessen hofft das Team um Geschäftsführer Markus Palkowitz darauf, dass es im kommenden Frühling losgeht.

Anderer Geldfluss für Gemeindebeteiligung

„Die Planung und Projektentwicklung ist voll im Gang. Im Moment läuft die Anpassung der Grundgrenzen in enger Abstimmung mit den Behörden“, erklärt Palkowitz. Allerdings gibt es nicht nur zeitliche Änderungen, sondern auch solche auf finanzieller Ebene.

Die Gesamtprojektkosten liegen mittlerweile bei knapp zehn Millionen Euro. Einerseits sind dafür die Preissteigerungen durch die Pandemie verantwortlich, andererseits die Ende 2020 fixierte „Rettungslandschaft neu“. Diese Neuaufstellung der Grundfinanzierung sämtlicher Rettungsorganisationen in Niederösterreich macht etwa eine größere Dimensionierung der Garagen notwendig. Dafür braucht es letztlich auch ein größeres Grundstück, das angekauft werden muss.

Der Rahmenvertrag im Zukunftskonzept „Rettungslandschaft neu“ sorgt dafür, dass die lokalen Rettungsorganisationen wie das Rote Kreuz Schwechat keine Einzelverträge mit jeder Gemeinde abschließen müssen, sondern es eine landesweit gültige Vereinbarung für alle Bezirksstellen gibt. Diese regelt letztlich nicht nur die Finanzierung des täglichen Betriebs neu, sondern auch die Investitionen. Bisher gab es stets eine Drittel-Lösung zwischen Rotem Kreuz, Gemeinden und dem Land NÖ. Mit der „Rettungslandschaft neu“ gibt es offiziell nur noch zwei Vertragspartner: das Rote Kreuz und das Land.

Höhere Beiträge für Gemeinden

Allerdings zahlen die Gemeinden ab 2021 deutlich höhere NÖKAS-Beiträge. Über diese Abgabe werden die niederösterreichischen Krankenhäuser finanziert und nunmehr auch die Rettungsdienste. „Für uns Gemeinden ändert sich dadurch eigentlich nichts. Wir zahlen den gleichen Betrag wie vorher, nur nicht direkt an das Rote Kreuz, sondern über den NÖKAS“, erklärt Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ). Zur Erklärung: Im Vorjahr führte Schwechat laut Rechnungsabschluss knapp 8,5 Millionen Euro ab – zur Berechnung werden Bevölkerungszahl und Finanzkraft herangezogen.

Mit der Kostensteigerung wird natürlich der Anteil des Roten Kreuzes mehr, dieser muss von der Bezirksstellen aufgebracht werden. Einerseits greift man auf Rücklagen zurück und andererseits wird ein Kredit aufgenommen. Das „soll im Spätherbst oder Anfang kommendes Jahr passieren“, verrät Geschäftsführer Markus Palkowitz. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von etwa 20 Monaten. Während der Arbeiten bleibt die Bezirksstelle im Vollbetrieb, wie Palkowits betont.

Bereits abgeschlossen sind die archäologischen Vorerkundungen durch die Firma Ardig. „Es wurden nur unwesentliche Funde aus der Urzeit und ein Grabenrest aus der Römerzeit entdeckt“, weiß der Rot-Kreuz-Geschäftsführer. Sie würden jedoch die üppigeren Funde am Areal der neuen „Park & Ride“-Fläche beim Bahnhof ergänzen. Sobald die Aushubarbeiten auf der künftigen Erweiterungsfläche starten, wird die Firma Ardig wieder dabei sein. „Die Erwartungshaltung des Archäologen ist aber eher gering“, unterstreicht Palkowitz.