Preiskrieg am Flughafen: „Ryanair wird Sieger sein“. Lauda-Mutterkonzern rechnet auch für die Zeit nach Corona mit Billigst-Tickets in Schwechat.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 11. September 2020 (04:05)
Künftig könnten mehr Ryanair-Flieger in Schwechat landen, Tochter „Lauda“ wird als Marke und Flugzeug-Basis dennoch bestehen bleiben.
GB

Eine Million Sitzplätze für 5 Euro – mit diesem Mega-Angebot sorgte die irische Laudamotion-Mutter „Ryanair“ in der Vorwoche für weltweites Aufsehen. Gültig war der Sondertarif nur 48 Stunden. Verantwortlich für diesen Werbekniff zeigt sich Dara Brady, Marketing- und Digitalisierungschef der irischen Billigairline.

Der langjährige Ryanair-Manager stellte sich vergangene Woche auch im Interview den Fragen der NÖN. Mit Aktionen wie dem 5-Euro-Ticket eröffnet die Lauda-Mutter erneut den Preiskampf in Schwechat. Und: „Der Wiener Markt ist ein aktiver. Der Preiskrieg läuft ja schon eine ganze Weile – es kann aber nur einen Sieger geben und das ist Ryanair“, lässt Brady aufhorchen. Letztlich hätte die Billigfluglinie die niedrigsten Kosten und könne daher die billigsten Preise anbieten. „Das ist gut für die Kunden“, weiß der Marketingmanager.

Dara Brady, Marketing-Chef bei Ryanair.
Ryanair

Trotz einer „herausfordernden Zeit“ rund um die Coronapandemie bot Ryanair im Sommerflugplan mehr als 60 Destinationen ab Schwechat an. Für den kommenden Sommer stellt Brady noch mehr Ziele in Aussicht. Das sei natürlich abhängig von der Virus-Entwicklung. „Wann es wieder einen normalen Flugverkehr geben wir, ist schwer zu sagen. Die Kurzstrecke wird aber schneller zur Normalität zurückkehren als die Langstrecke“, ist Brady überzeugt.

Ryanair werde bereit sein, wenn der Markt wieder Fahrt aufnimmt. „Es ist keine Überraschung, dass wir weiter wachsen werden“, legt der Marketingchef eine gehörige Portion Selbstbewusstsein an den Tag. Die kommende Wintersaison bezeichnet Brady jedenfalls als „herausfordernd“.

Die irische Billigairline wird 50 Destinationen anbieten. Darin inkludiert sind auch die Lauda-Ziele. Denn die (Noch-) Österreich-Tochter ist mit der 100-Prozent-Übernahme Teil der Konzerngruppe und bedient damit ausschließlich Routen aus der Ryanair-Gruppe. Die Marke „Lauda“ bleibt erhalten und das Personal an der Flugzeug-Basis Schwechat wird weiterhin bei „Laudamotion“ bzw. ab November bei „Lauda Europe“ beschäftigt sein. Das Netzwerk ist jedoch Ryanair. Dennoch hält Brady fest, dass Schwechat eine „wichtiger Standort“ sei.