Schließung: „Sonne“ geht unter

Erstellt am 27. Juli 2017 | 02:40
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Für Inhaberin Martina Stiegler ist „ein Traum zerplatzt.“
Foto: privat
Martina Stiegler muss wegen fehlenden Einnahmen ihre Kleinkindermodenboutique „Kleiner Sonnenschein“ schließen.
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Im März 2015 wagte Martina Stiegler mit großen Ambitionen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Zwölfaxingerin eröffnete ihr Geschäft für Baby- und Kleinkindermode „Kleiner Sonnenschein“ in der Brauhausstraße. Im Jahr darauf bekam sie die Chance, ein Lokal direkt am Hauptplatz zu übernehmen und schlug zu. „Das war ein enormer Aufstieg“, ist Stiegler heute noch überzeugt.

Doch wieder rund zwölf Monate später ist das Aus des „Kleinen Sonnenscheins“ besiegelt. „Mein Mietvertrag läuft noch bis Ende September. Bis dahin versuche ich, die ganze Restware zu verkaufen. Derzeit habe ich noch von der Baby- bis zur Kinderröße 128 alles da“, berichtet Stiegler im NÖN-Gespräch. Eine Woche wird die Unternehmerin noch zu den normalen Geschäftszeiten geöffnet haben, ab August dürfte Stiegler nur noch tageweise aufsperren. „Ich wollte in Schwechat mein Geschäft eröffnen, weil ich hier zu Hause bin. Es tut mir sehr weh, dass ich schließen muss. Für mich ist ein Traum zerplatzt“, kann sie es selbst noch nicht fassen.

Das wirtschaftliche Genick brach Stiegler offenbar die Eröffnung der NKD-Filiale am 1. Juni. „Nach zwei Wochen hatte ich fast keine Kunden mehr. Die Umsatzeinbußen waren extrem. Nach drei Wochen musste ich reagieren und habe den Entschluss gefasst, dass es so nicht mehr geht“, so die Zwölfaxingerin, die sich derzeit auf Jobsuche befindet. Gegen die „Großen“ komme man eben nicht an, „allein schon wegen der Preise.“

„Man muss sich vorstellen, dass ich in der Anfangszeit, als ich noch unbekannt war, mehr Umsatz hatte.“Martina Stiegler

Dass die Billigmarke NKD Kunden abziehen würde, war zu erwarten. Vom Ausmaß war Stiegler dennoch überrascht. „Man muss sich vorstellen, dass ich in der Anfangszeit, als ich noch unbekannt war, mehr Umsatz hatte, als im vergangenen Monat Juni“, erläutert sie.

Rückblickend dürfte die NKD- Eröffnung jedoch eher ein Todesstoß gewesen sein. Denn bereits den Abzug der DM-Filiale Ende April spürte Stiegler massiv. „Das hat mich schon hart getroffen“, weiß sie um den Verlust der Kundenfrequenz, den der Drogeriemarkt anzog.

Im ehemaligen DM-Lokal eröffnet übrigens erst kürzlich das Dekogeschäft „AHA – Allerhand4you“ neu.

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