Trainingscamp aus Katar sorgt für Kritik

Erstellt am 18. Juni 2022 | 05:28
Lesezeit: 2 Min
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Die Nationalmannschaft aus Katar wird ein Nebenspielfeld und eine Wiese für Trainings benutzen.
Foto: Gemeinde Schwechat
Bedenken zu Menschenrechten: Grüne lehnten die Vereinbarung ab.
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Im November geht in Katar die Fußball-Weltmeisterschaft über die Bühne. Der Austragungsort hat bereits im Vorfeld für heftige Diskussionen gesorgt. So hat etwa Amnesty International eine Petition gestartet, die die FIFA dazu auffordern soll, die Einhaltung von Menschenrechten zu sichern.

Teile dieser Diskussion verlagerten sich am Donnerstag auch in den Schwechater Gemeinderat. Der sollte nämlich darüber befinden, ob die Vermittlungsagentur SLFC Soccer GmbH der Nationalmannschaft aus Katar Flächen im Tonn-Stadion für Trainingscamps mieten darf. Konkret soll die Vereinbarung so lauten, dass die Mannschaft das Nebenspielfeld 3 und eine kleine Wiese nutzen darf.

Die dafür nötige Platzsanierung, ebenso wie die Installierung einer Bewässerungsanlage und den Ankauf neuer Ersatzbänke würde die Vermittlungsagentur finanzieren. Im Gegenzug kann die Nationalmannschaft die Flächen gratis verwenden und zwar heuer und in den nächsten beiden Jahren. „Für die Stadt würde sich dadurch eine Kostenersparnis ergeben“, rechnete Sportstadtrat und Vizebürgermeister Christian Habisohn (SPÖ) vor.

Bei den Grünen stieß dieses Vorhaben allerdings auf heftigen Widerstand. Gemeinderat Max Lang sprach sich zwar wohl für eine gute Auslastung der Sportstätten aus. „Aber deshalb Geschäfte zu machen mit einer Vermittlungsagentur aus Katar, geht für uns gar nicht“, stellte Lang klar.

Nicht nur, dass es nicht nachhaltig sei, in einem Wüstenstaat eine Fußball-WM zu veranstalten, so seien vor allem die Menschenrechtsverletzungen haaresträubend. „1.500 Menschen sind bei den Bauarbeiten in Katar schon umgekommen. Dass sich die Stadt Schwechat pro totem Bauarbeiter ein paar Euro erspart, das geht für uns gar nicht“, kündigte Lang die Ablehnung der Grünen mit drastischen Worten an.

Und erinnerte daran, dass die Junge Generation der SPÖ eine Petition zum Boykott der WM in Katar gestartet hatte. Die Vereinbarung mit der Vermittlungsagentur wurde dennoch mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und FPÖ beschlossen.

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