Wenig Interessierte bei Infoabend über Winterdienst. Der städtische Winterdienst sieht sich immer wieder Kritik ausgesetzt. Ein Infoabend sollte aufklären, Interesse aber mager.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:21)
Winterdienst-Leiter Benjamin Hutter, Bürgermeisterin Karin Baier undSebastian Scherbaum von der Stadtgärtnerei vor einem jener zwei Kleintraktoren, mit denen im Winter zum Streuen und Räumen ausgefahren wird.
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Noch bevor die ersten Schneeflocken den Boden berühren, ist die Winterdienstflotte der Stadt bereits unterwegs. 100 Mitarbeiter betreuen in zwei sich abwechselnden Radl-Diensten beim sogenannten „Grundeinsatz“ Straßen sowie Geh- und Radwege. Die Stadtbediensteten kommen von Bauhof, Stadtgärtnerei oder Wasserwerk, sind Platz- und Schulwarte oder Haustechniker im Seniorenzentrum.

„Insgesamt haben wir 160 Kilometer zu betreuen. Das entspricht einer Strecke von hier nach Brünn“, ließ Benjamin Hutter bei einem Infoabend am Donnerstag wissen. Der Chef des Winterdienstes im Rathaus fungiert zudem als einer von sechs Einsatzleitern, die das Wettergeschehen ständig im Blick haben. Bevor es zum „Grundeinsatz“ kommt, rückt erst einmal der Sicherheitsdienst aus. Dieser kontrolliert die Gegebenheiten und sorgt für präventives Streuen.

Interesse bei Infoabend gering

In Schwechat setzt man mittlerweile ausschließlich auf Trockensalz oder Sole (Feuchtsalz). „Nur bei den Brücken kommt noch Streusplit zum Einsatz“, berichtete Hutter. Anlass für den spärlich besuchten Infoabend in der Felmayer-Scheune war die immer wieder kehrende Kritik einiger Schwechater in Bezug auf den Winterdienst der Stadt.

Initiiert wurde der Abend von SP-Bürgermeisterin Karin Baier. Sie war jedoch enttäuscht, denn „gerade die, die sich auf Facebook echauffieren, sind nicht da. Heute wäre die Gelegenheit zum Diskutieren gewesen.“ Ihr Dank galt den Winterdienst-Mitarbeitern, die bei „Minusgraden draußen sind und nicht zu Hause ihr Füße auf die Couch legen und nur kritisieren“.

Im heurigen Winter gab es neun Einsätze, fünf davon waren Grundeinsätze. Insgesamt war das Team 17 Stunden unterwegs. Im Vorjahreswinter gab es 18 Ausfahrten mit einem Zeitaufwand von 73 Stunden, davon 13 Grundeinsätze mit insgesamt 60 Stunden.

Im Rahmen des Infoabends konnte mit Josef Neuhold der Chef des Winterdienstes im Amt der NÖ Landesregierung gewonnen werden. Er klärte über den rechtlichen Rahmen und Details in der Praxis auf. So strich er etwa hervor, dass – das in Schwechater oft kritisierte – präventive Streuen besonders wirksam sei.

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