Zusätzlicher Turnsaal für Mittelschule. Zweiter Turnsaal und weitere Änderungen lassen Projekt-Kosten für Schwechater Sport- und Sprach-Mittelschule Schmidgasse auf 12,2 Mio. Euro ansteigen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:55)
Gebaut wird in der Schmidgasse frühestens im Sommer 2022.
NOEN, Burggraf

Zu klein, zu alt und sanierungsbedürftig – diese drei Worte spiegeln die Sachlage rund um die Sport- und Sprach-Mittelschule Schmidgasse wohl am besten wider. Daher fasste der Gemeinderat bereits im November 2019 einen Grundsatzbeschluss für ein groß angelegtes Bauprojekt. Neben der (vorrangig thermischen) Sanierung des Gebäudes soll die Mittelschule um vier Klassen und einige Nebenräume erweitert werden. Kosten: rund 9,9 Millionen Euro (netto).

Wie sich im Rahmen der Gespräche mit dem Land NÖ – vor allem bezüglich der Förderungsmöglichkeiten – ergab, wird das Bauvorhaben nun ausgeweitet. Der Sportschwerpunkt in der Schmidgasse macht etwa einen zusätzlichen Turnsaal förderwürdig. Dieser wird damit verwirklicht. „Der zweite Turnsaal wird auf den bestehenden draufgebaut“, erklärt Bau-Stadtrat Simon Jahn (Grüne) gegenüber der NÖN. Zudem wurde flächenmäßig in einigen Bereichen aufgestockt, etwa bei Schulküche oder Werkraum. „Daraus resultieren natürlich Mehrkosten“, hält Jahn fest. Konkret wurde das Gesamt-Budget um rund 2,4 Millionen Euro (netto) auf nunmehr circa 12,2 Millionen Euro aufgestockt. Der Beschluss im Gemeinderat, der Corona-bedingt per Umlaufbeschluss (also per E-Mail) gefasst wurde, fiel einstimmig aus.

Baustart wohl erst im Sommer 2022

Parallel dazu wurde auch die Ausschreibung für einen Totalunternehmer beschlossen. „Dadurch müssen wir nicht alle Gewerke einzeln beschließen, sondern bekommen ein Angebot und die Schule im Prinzip schlüsselfertig“, erläutert der Bau-Stadtrat. Die Ausschreibung wird das Architektenbüro „HMP TZ GmbH“ durchführen.

Die Stadt überweist dafür 64.600 Euro (netto) an die Wiener Firma und beschloss zudem eine Reserve in Höhe von 15 Prozent beziehungsweise 9.690 Euro. „Die Entscheidung, wer den Bauauftrag erhält, entscheidet natürlich der Gemeinderat“, unterstreicht Jahn. Für weitere Analysen wie Statik, Bauphysik und Ähnliches stehen 25.000 Euro (netto) zur Verfügung.

Bis tatsächlich gebaut wird, dauert es aber noch. Mit noch fehlenden Schritten wie der Planung sowie der eigentlichen Vergabe der Arbeiten ist ein Baustart frühestens im Sommer 2022 realistisch. Für den Zeitraum der Bauarbeiten werden zudem sämtliche Klassen der Sport-Mittelschule ausziehen. Ein Teil in die ab September leer stehende alte Volksschule in Rannersdorf und der andere in die noch freien Räume der neuen Rannersdorfer Volksschule am Frauenfeld. „Es bleiben anfangs dort noch fünf Klassen frei“, weiß der Bau-Stadtrat. Damit erspare man sich ein Container-Ausweichquartier, das der Gemeinde zusätzlich Geld kosten würde und laut Jahn auch für die Schüler nicht die Ideallösung sei. „Im Winter ist es kalt und im Sommer heiß“, fasst er es treffend zusammen.

Die geplanten Maßnahmen sind bereits dringend notwendig – „wir freuen uns, dass der Zu- und Umbau umgesetzt wird“, sagt Direktorin Waltraud Allen. Die Instandsetzungsmaßnahmen in der Schmidgasse sollen am Ende ein Vorzeigeprojekt in Sachen thermische Sanierung werden – dadurch womöglich etwas teurer, dafür aber nachhaltiger (siehe Artikel auf Seite 8).