Forum-Chefin will nicht mehr warten. Manuela Fischer-Seidl, Intendantin im Theater Forum Schwechat, hofft auf klare Regeln ab 25. Mai. Kolportierte 1x1-Meter-Abstandregel wäre fatal für Spielbetrieb.

Von Brigitte Wimmer. Erstellt am 22. Mai 2020 (10:55)
Theaterdirektorin Manuela Fischer Seidl zurzet noch alleine auf der Bühne.
Brigitte Wimmer

Das Schwechater Theater-Team ist zurzeit, wie so viele Kulturbetriebe, in Kurzarbeit. Bis Dato ist nicht bekannt, mit welchen Auflagen der Theaterbetrieb am 29. Mai wieder hochgefahren werden kann. Darüber ist Theaterdirektorin Manuela Fischer-Seidl sehr enttäuscht. Am 25. Mai soll nun eine Verordnung von der Bundesregierung bekanntgegeben werden. „Ich hoffe, dann zu wissen, wie es weitergeht“, meint Seidl schon etwas verzweifelt.

Die zwei wichtigsten Fragen, ohne deren Beantwortung die Theaterchefin nichts fixieren und planen kann, lauten: Ab wann darf ich wie und mit wie vielen Personen proben? Und: Gilt die 1x1 Meter-Regel wirklich? Auch darüber ist die schriftliche Verordnung erforderlich. Im Theater Forum ist Platz für 140 Personen, mit der 1x1 Meter-Regel müsste jede zweite Reihe frei bleiben und jeder zweite Sitzplatz unbesetzt sein. Damit könnten nur circa 40 Personen eine Vorstellung besuchen, „Für Kabarett-Abende würde sich das finanziell einfach nicht rentieren“, ist sich die Theaterverantwortliche sicher.

Stadtabo bereits fix in den Herbst verschoben

Sobald klar sei, welche Auflagen gelten, muss das Forum-Team eine Form finden, um Vorstellungen zu ermöglichen. Das Stadtabo wurde auf den heurigen Herbst verschoben. Da diese Vorstellungen normalerweise immer voll sind, muss eine brauchbare Lösung gefunden werden. Die gesamte Spielplan- und Neugestaltung ist mit hohem Aufwand verbunden. Klar ist jetzt schon, dass dieses Jahr die Aufführung der Afrikanischen Tanzgruppe Iyasa aus Simbabwe abgesagt ist, denn die Tänzer dürfen nicht nach Österreich kommen.

Für Unmut sorgt bei Seidl auch der Umgang mit der zurückgetretene Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne). Schon auf Facebook verteidigte sie die Grünen-Politikerin. „Sie hat sicher Ihre Fehler gemacht und sich vielleicht nicht ausreichende vorbereitet oder durchsetzen können. Aber machen wir nicht alle Fehler? Sie hat Ihre Konsequenzen gezogen und eine meiner Meinung nach sehr gute Abschiedsrede gehalten und dabei auch die Größe gezeigt zu sagen, dass das Amt jemand anderer besser machen wird.“

Seidl fehle im Fall Lunacek konstruktive Kritik an deren Arbeit, denn die boshafte Art und Weise wie über die Ex-Staatssekretärin gesprochen werde sei letztklassig. „Und wenn dann noch behauptet wird, dass sofort nach ihrem Rücktritt ein besserer Fahrplan für die Kultur präsentiert wurde, dann bin ich tatsächlich fassungslos“ so die Forum-Leiterin.

Eine erste Reaktion von Intendantin Manuela Fischer-Seidl zur Verordnung der Bundesregierung und Informationen über das angepasste Programm im Theater Forum Schwechat lest ihr in der kommenden Printausgabe der Schwechater NÖN.