Schwechater Stadtchefin pocht auf Böller-Verbot. Feuerwerke im Siedlungsgebiet nicht erlaubt, SP-Bürgermeisterin Karin Baier hält sie auch für „rücksichtslos“.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:33)
Symbolbild
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Nicht nur die Weihnachtsfeiertage, auch der Silvesterabend wird anders. Die von der türkis-grünen Regierung ausgesprochenen Ausgangsbeschränkungen lassen ein Feiern in Gruppen gar nicht und unter freiem Himmel nur bedingt zu. Das soll von der Polizei auch verschärft kontrolliert werden, wobei Wohnungen nur bei Beschwerden wie Lärmbelästigung betreten werden können.

Diese bundesweite Maßnahme kommt allerdings auch der Schwechater Stadtpolitik zugute. Denn bereits vor Weihnachten ersuchte Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) darum, das alljährliche Feuerwerk zu unterlassen. „Raketen und Silvesterknaller sind rücksichtslos, bedenkt man deren schädliche Wirkung auf kleine Kinder, ältere Menschen oder auch Tiere – egal ob Haus- oder Wildtiere“, so die Stadtchefin. Darüber hinaus gelte im bewohnten Gebiet sowieso ein Verbot für das Abschießen von Feuerwerkskörpern ab der Kategorie 2, zu denen Raketen oder Kracher gehören. Im Rathaus kritisiert man zudem die verstärkte Feinstaubbelastung und den Müll durch Feuerwerksüberreste.

Letztere Argumente weist man im Fachverband Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer Österreich allerdings vehement zurück. Branchensprecher Rudolf Jost, selbst Pyrotechniker in Deutsch-Wagram (Bez. Gänserndorf), bringt hierbei eine Studie ins Spiel, die belege, dass nur 0,28 Prozent der jährlichen Feinstaubbelastung auf Feuerwerke zurückzuführen sind. Und: „Feinstaub trägt nicht zum Klimawandel bei“, betont Jost. Darüber hinaus würden etwa Feuerwerksbatterien aus Karton bestehen – die Entsorgung obliege aber den Verbrauchern und nicht der Branche. Der Sprecher hält vielmehr fest, dass die Pyrotechniker heuer mit Umsatzrückgängen von 99 Prozent konfrontiert wären.