Wienerherberg: Griss um Deponie-Gelände. Konsortium rund um den Energiepark Bruck plant auf Huber-Areal eine Photovoltaikanlage.

Von Otto Havelka. Erstellt am 02. Mai 2021 (02:23)
Auf den öden Hügeln der ehemaligen Huber-Deponie sollen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Nur eine Tafel erinnert noch an das gestorbene Golfplatzprojekt.
Otto Havelka, Otto Havelka

Noch prangt auf der stillgelegten Erdaushub-Deponie eine große Tafel, auf der ein Golfplatz angekündigt wird. Doch seit der Insolvenz der Deponie-Firma Huber wittern hier andere sonnige Geschäfte. Die Gemeinde möchte in Kooperation mit der „pcb Paierl Consulting BeteiligungsgmbH“ des Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes Photovoltaik Austrian (PVA), Herbert Paierl, eine große Photovoltaikanlage errichten. Rund zehn Hektar könnte die Gemeinde dafür zur Verfügung stellen.

Auf einer etwa 13 Hektar großen Fläche der ehemaligen Deponie will nun ein weiteres Unternehmen, die „WH Liegenschafts Gmbh“ ebenfalls eine Photovoltaikanlage errichten.

Kann sein, dass es funktioniert, oder auch nicht.“ Michael Hannesschläger vom Energiepark Bruck über die Chancen einer Realisierung

Das Spannende daran ist die Zusammensetzung des Unternehmens. Ersteigert hat die Grundstücke ein Anwalt aus Neusiedl am See, gekauft hat sie dann die „WH Liegenschafts Gmbh“. Zu deren Gesellschafter gehören unter anderen die Gebrüder Haider Bauunternehmung Gesellschaft m.b.H. (40 Prozent) und das Brucker Unternehmen cuprum gmbh (24 Prozent). Einer der beiden Geschäftsführer der letztgenannten Firma ist Michael Hannesschläger, seines Zeichens auch Geschäftsführer der Energiepark Bruck/Leitha GmbH. „Es gibt ein Konsortium, das hier Grundstücke erworben hat und darauf eine Photovoltaikanlage errichten möchte“, bestätigt Hannesschläger. Sollten die rechtlichen Voraussetzungen passen, werde man das Projekt „mit der Expertise des Energieparks Bruck“ umsetzen.

Die ehemalige Deponie sei ideal für eine derartige Nutzung. Die derzeitige Mondlandschaft sei für Photovoltaikanlagen auf jeden Fall gegenüber Freiflächen, die anders genutzt werden können, vorzuziehen.

Das Griss um die öden Hügel der ehemaligen Erdaushub-Deponie ist damit jedenfalls um eine Facette reicher. Spekulativ ist es bislang auf jeden Fall. Denn bevor mit konkreten Planungen einer Photovoltaikanlage begonnen werden kann, müssen erst einmal die Eignung der Deponie als Standort und rechtlich die Nutzung als solche vom Land Niederösterreich abgesegnet werden. Denn es besteht nach wie vor ein aufrechter UVP-Bescheid für das gescheiterte Golfplatzprojekt.

„Kann sein, dass es funktioniert, oder auch nicht“, zuckt Hannesschläger fragend mit den Schultern. Und bestätigt damit den zurückhaltenden Befund des Photovoltaik-Experten Paierl: „Grundsätzlich ist das Gebiet für eine derartige Nutzung sehr geeignet“, bestätigt er. Aufgrund der vielen offenen Fragen sei zur Zeit aber nicht viel mehr dazu zu sagen.

Projekte könnten in Kooperation entstehen

Eines will Hannesschläger nicht: Es gehe nicht um einen Wettkampf der Photovoltaikbetreiber auf der ehemaligen Huber-Deponie. Wie bei der Errichtung von Windkrafträdern sei es ein Anliegen des Energieparks Bruck, „im Interesse der Gemeinde eine Lösung zu finden“. Man werde sich daher auch „mit der Gemeindeführung und Herrn Paierl zusammensetzen“, erklärt Hannesschläger. Denn fix ist: Je größer die geplante Photovoltaikanlage ist, umso wirtschaftlicher ist sie auch.

Ziel wären laut Bürgermeister Roman Stachelberger (SPÖ) zumindest zwanzig Hektar. Dazu müssten sich die beiden Unternehmen auf eine Kooperation einigen. Und um flächenmäßig einen Zusammenschluss zu ermöglichen, müssten auch noch ein paar Grundstückseigner überzeugt werden, ihre Felder abzutreten.