SJ: ‚I wü wieder ham‘. Sozialistische Jugend Schwechat fordert Verlängerung des Wiener Nachtbusses N71. Das sei kein Thema, sagen Wiener Linien.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 23. Juli 2014 (10:26)
NOEN
Daniel Krenmayer am Plakat der SJ mit der Nachtbus-Forderung für Schwechat.SJ

SCHWECHAT / Mit ihrer Kampagne mit dem Titel „I wü wieder ham!“ will die Sozialistische Jugend Schwechat (SJ) darauf aufmerksam machen, wie schwierig es für Jugendliche ist, in der Nacht von Wien aus nach Hause zu kommen. Sie fordert daher die Verlängerung der Nachtbuslinie N71 bis nach Schwechat.

SJ-Vorsitzender Michael Gogola zeigt sich verständnislos

„Von der bisherigen Endstation der Linie N71 sind es nur ein paar Hundert Meter bis zum Schwechater Hauptplatz. Wieso gilt die Zone 100 in Schwechat unter Tags aber nicht in der Nacht?“ So seien Taxipreise für junge Menschen oft unerschwinglich hoch. Außerdem verfügten nicht alle Jugendlichen über ein Auto und überdies seien durch das Bereitstellen von kostengünstigen Alternativen weniger Menschen dazu verleitet, betrunken Auto zu fahren, meint Gogola. Daher: „Es kann von den Wiener Linien nicht zu viel verlangt sein, die Strecke des N71 um einige wenige Stationen zu verlängern und so unzähligen Jugendlichen ein Heimkommen auch in der Nacht zu ermöglichen.“

Die SJ-Forderung hält der zuständige Öffi-Stadtrat Ernst Viehberger von der ÖVP für „nicht unberechtigt“, nachdem die seinerzeitige Einführung des Nachtschwärmertaxis nur „spärlich bis gar nicht“ angenommen wurde. Er gibt nur zu bedenken: „Da die SPÖ sämtliche Budgetreserven sukzessive verspielt hat, scheint diese Forderung an einem Finanzproblem zu scheitern. Der SJ muss bewusst sein, dass für jeden Meter, der mit den Öffis gefahren wird, viel bezahlt werden muss – alleine für die bestehenden Verbindungen gebe ich mit meinem Ressort jährlich 1,2 Millionen Euro aus.“

Ein Dementi kommt jedenfalls aus Wien

„Seitens der Wiener Linien ist die Verlängerung der Nachtbuslinie N71 nach Schwechat kein Thema. Unser Fokus liegt auf der öffentlichen Erschließung des Wiener Stadtgebietes“, informiert Michael Unger von den Wiener Linien.