Rainer Windholz abgewählt, Jürgen Maschl übernimmt

Erstellt am 23. Februar 2022 | 05:44
Lesezeit: 3 Min
Paukenschlag in der Brucker Bezirks-SPÖ: Jürgen Maschl setzt sich bei Kampfabstimmung gegen Amtsinhaber Rainer Windholz durch und ist neuer roter Bezirkschef.
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Vor vier Jahren konnte Rainer Windholz noch fast 90 Prozent der SPÖ-Funktionäre hinter sich wissen. Mit der Zusammenlegung der Bezirksparteien Bruck und Schwechat, als Reaktion auf die Bezirkszusammenlegung 2017, wurde er mit 185 von 206 abgegebenen Stimmen zum Bezirksvorsitzenden gewählt. Gegenkandidaten gab es damals keinen.

Am Freitag schon und das wurde Windholz nun zum Verhängnis. Denn im Rahmen einer Bezirkskonferenz, bei der Corona-bedingt vorerst nur der Bezirksvorstand samt Obmann gewählt wurde, musste er eine Niederlage gegen Jürgen Maschl einstecken.

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Karin Baier hofft auf eine friktionsfreie Zusammenarbeit in der Zukunft.
Foto: SPÖ

Windholz hatte gemeinsam mit der Schwechater Bürgermeisterin Karin Baier für eine Doppelspitze kandidiert. Das Motto dabei hatte gelautet: „Doppelte Aufmerksamkeit, doppelter Einsatz, doppelte Kraft für einen geeinten Bezirk Bruck/Leitha.“ Doch die beiden verloren die Wahl knapp. Von den 351 Delegierten hatten 310 gültige Stimmen abgegeben. 164 stimmten für Maschl, 146 für Windholz und Baier.

Kandidatur als Alternative

Schwadorfs Bürgermeister und Bezirksvorsitzender des sozialdemokratischen Gemeindevertreterverbandes (GVV) setzte sich somit mit 53:47 Prozent durch. „Ich wurde vor ein paar Monaten ersucht, mir zu überlegen, ob ich nicht als Alternative zu Rainer (Windholz, Anm.) kandidieren will. Die Unterstützung war sehr groß, also habe ich mich dafür entschieden“, lässt der frisch gewählte SPÖ-Bezirksparteichef im Gespräch mit der NÖN wissen.

Als erste Herausforderung sieht er nun, die 47 Prozent an Gegenstimmen für ihn zu gewinnen. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne alles gemeinsam mache“, unterstreicht Maschl. Zudem wird, sobald größere Treffen wieder leichter abgehalten werden können, die Bezirkskonferenz fortgesetzt. Im Rahmen derer wird sich sein neu gewähltes Vorstandsteam konstituieren.

Baier und Windholz betonen, dass sie mit dem Wahlergebnis kein Problem haben. Dass Maschl als Gegenkandidat antreten werde, habe man gewusst. Und auch jetzt stehe man einander „völlig im Guten“ gegenüber, wie Windholz betont. Er wünsche Maschl „viel Erfolg“ für die neuen Aufgaben. „Ich akzeptiere selbstverständlich eine demokratische Entscheidung und hoffe auf friktionsfreie Zusammenarbeit im Sinne eines weiterhin erfolgreichen Bezirkes Bruck in der Zukunft“, so Baier. Für sie sei entscheidend, dass die SPÖ im Bezirk gut funktioniere. Interne Differenzen wären schade und würden dies torpedieren.

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