Taxler mit Dienstauto auf und davon. Unverfroren / 1.000 Kilometer mit Taxi durch die Gegend gerast. Mitarbeiter angezeigt!

Von Stefan Obernberger. Erstellt am 21. November 2013 (23:59)
Von Stefan Obernberger

Erst einen Tag hatte Yusuf S. seinen Job als Taxichauffeur bei einem Schwechater Transportunternehmen. Wenige Stunden später fehlte von seiner Person und dem ihm zugeteilten Fahrzeug jede Spur.

Es dauerte fast eine Woche, bis die Beamten des Kriminaldienstes dem 57-Jährigen dann doch auf die Schliche kamen.

NOEN, Obernberger
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Obwohl alle Fahrzeuge den heutigen Standards entsprechen und mit GPS ausgestattet sind, konnte der Mercedes 210 nicht geortet werden. Der Verdächtige schaltete bereits vor seiner Tat das Funkgerät aus. An seinem gemeldeten Wohnort war S. ebenfalls über mehrere Tage hindurch nicht anzutreffen. „Wahrscheinlich handelte es sich dabei um eine Scheinadresse“, vermutet ein ermittelnder Beamter.

Der gesuchte Mercedes wurde deshalb zur Fahndung ausgeschrieben. Knapp eine Woche später konnte der gebürtige Türke, der auch mit hohen Spielschulden zu kämpfen hat, am Wiener Stubenring von einer Streife angehalten werden. Der Staatsanwalt ordnete wegen Veruntreuung die Anzeige auf freiem Fuß an.

„Beim Vorstellungsgespräch hat er einen ordentlichen Eindruck gemacht“

„Mittlerweile wurde das Fahrzeug wieder dem Taxi-Unternehmen übergeben“, heißt es auf Nachfrage. Zu diesem Zeitpunkt hat der Tacho 1.000 Kilometer mehr angezeigt, als noch vor der illegalen Tour durch die Bundeshauptstadt. Ob sich diese Reise tatsächlich nur auf Wien begrenzte, ist bislang nicht geklärt. Dahin gehend laufen aktuell noch die Erhebungen.

Chef Johann Taschlmar erwähnte gegenüber der NÖN: „Beim Vorstellungsgespräch hat er einen ordentlichen Eindruck gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass man sich so in einem Menschen irren kann.“ An einen ähnlichen Fall könne er sich nicht erinnern.