Horror-Jahr für Schwechater Flughafen . Der Flughafen musste im Vorjahr erstmals seit Bestehen einen Verlusthinnehmen. Die Corona-Krise schlug mit sattem Minus von 75,7 Millionen Euro zu Buche.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 10. März 2021 (05:55)
Burggraf

Auf den Allzeit-Rekord 2019 folgte der Worst-Case 2020 – die vergangenen zwei Jahre glichen einer Achterbahnfahrt. Statt einem neuerlichen Passagierplus nach dem 31-Millionen-Höchststand landete der Flughafen auf dem Niveau des Jahres 1994 und nur knapp acht Millionen Fluggästen.

Nachdem es bei den Auslandsbeteiligungen in Malta und Kosice (Slowakei) nicht besser aussah, waren die finanziellen Auswirkungen des Katastrophenjahres enorm. Der Umsatz ratterte auf 39 Prozent des Vor-Krisen-Niveaus herunter, vor dem Jahresergebnis stand erstmals in der Flughafenhistorie ein Minus. Am Ende lag der Verlust bei 75,7 Millionen Euro. „Das haben wir so auch erwartet“, hielt Finanzvorstand Günther Ofner im Rahmen der Online-Bilanzpressekonferenz am Donnerstag fest. Der Flughafenchef versuchte, optimistisch in die Zukunft zu blicken: „2021 wird es zumindest die Schwarze Null geben. Wir erwarten ein positives Jahresergebnis von vier Millionen Euro.“ Man habe die letzten Jahre gut gewirtschaftet und werde die Krise überstehen, ergänzte Ofner.

Dennoch bräuchte es dafür einige Grundvoraussetzungen. Allen voran die Verlängerung der Corona-Kurzarbeit, deren vierte Phase mit Ende Juni ausläuft. „Die Kurzarbeit hat bisher ermöglicht, Kündigungen zu vermeiden“, unterstrich der Finanzvorstand. Da man ab 2023/2024 mit 80 Prozent der Passagierzahlen aus Vor-Krisenzeiten rechnet, ist weiterhin kein Jobabbau geplant. „Damit wir dann die Personalstände haben, die wir brauchen“, erläuterte Ofner. Daher brauche es eine Verlängerung der Kurzarbeit bis Ende 2022 für Branchen wie eben die Luftfahrt. Aktuell beschäftigt der Flughafen rund 5.200 Mitarbeiter.

Weiters brauche es laut Airportchef Julian Jäger „internationale einheitliche Reisebestimmungen“ und zumindest auf Europaebene „einheitliche Mindeststandards für Impf- und Testnachweise“. Das Vorstandsduo ist überzeugt: „Der Reisebedarf ist sehr groß.“

Auf Eis liegen „auf unbestimmte Zeit“ derweil jegliche Großprojekte. Allen voran die Süderweiterung als Raumgewinn zwischen Terminal 2 und 3. Aber: „Die Süderweiterung liegt uns am Herzen. Wir werden es umsetzen, sobald es möglich ist“, hielt Jäger fest. Einzig die bereits vor der Corona-Krise gestartete Sanierung des Terminal 2 wird „in den nächsten Wochen“ finalisiert.