Flughafen Schwechat hofft auf neuen „Billig“-Ersatz. Umstrukturierung bei heimischer Airline würden auch Airport schaden. Nachfolger scharen in Startlöchern.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 08. Februar 2017 (05:25)
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Symbolbild

Bis Freitag wollten die NIKI-Mitarbeiter von der Geschäftsführung wissen, wie es mit der Noch-Air Berlin-Tochter weitergeht. Die heimische Airline soll aus dem Unternehmen herausgelöst werden und mit TUIfly eine neue Ferienfluglinie bilden.

Im Zuge dieser Umstrukturierung sollen nun 14 der bisher 19 in Schwechat stationierten Flugzeuge künftig von deutschen Airports aus fliegen. Das hat die NIKI-Geschäftsführung zumindest vor wenigen Wochen gegenüber dem Betriebsrat bestätigt. Die Mitarbeiter haben nun Sorge, dass auch ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlegt werden. Die Gewerkschaftsvertreter formulierten daher einen Forderungskatalog der mit Zustimmung des Personals, der Chefetage vorgelegt wurde. Einen Tag vor Ende der Frist wurde nun bekannt, dass es nun Gespräche gebe. Weitere Verhandlungstermine von Geschäftsführung und Betriebsrat seien vereinbart worden, berichtete die APA am Donnerstag.

Interne Ausschreibung bereits angelaufen

Bereits durchgesickert ist, dass NIKI diverse Urlaubsstrecken der vor der Einstellung stehenden Schweizer „Schwester“ Belair ab Zürich übernehmen soll. Eine interne Ausschreibung bei der heimischen Fluglinie ist bereits angelaufen, zunächst für einen temporären Wechsel von Wien nach Zürich. Wie viele österreichische Bord-Leute nach Zürich oder auch auf andere Stationen wechseln sollten, wurde bisher aber noch nicht bekannt gegeben.

Fix ist jedenfalls, dass der Schrumpfkur bei Air Berlin und NIKI auch den Schwechater Flughafen trifft. Immerhin kamen die beiden Airlines im vergangenen Jahr auf einen Anteil an Passagieren von über 15 Prozent. Doch wie der „Kurier“ berichtet, scharen schon andere Fluglinien in den Startlöchern, um diese Lücke zu schließen.

Allen voran die britische Billigairline „Easyjet“. Dort sucht man nach dem Brexit, dem EU-Austritt Großbritanniens, einen neuen Standort in Europa. Derzeit hält man in Schwechat einen Passagieranteil von 2,9 Prozent. Laut der Tageszeitung liefen Verhandlungen mit Verkehrsministerium und der Flugbehörde „Austro Control“. Ebenfalls interessiert sein sollen die Airlines „Wizz Air“ aus Ungarn und „Ryanair“ aus Irland.