Ebergassing: Ärger um neue Pläne für Deponie. Gemeinde Ebergassing kündigt Widerstand gegen Springer-Projekt an – parteipolitische Scharmützel inklusive.

Von Otto Havelka. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:25)
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Eine Kundmachung der Niederösterreichischen Landesregierung vom 15. Juni sorgt für gehörige Aufregung in der Gemeinde. Die Josef Springer Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Haslau beantragt, ihre bestehende Bodenaushubdeponie in Ebergassing auszubauen. Ein Verhandlungstermin in der Causa wurde für 15. Juli im Gemeindeamt festgesetzt.

Konkret geht es darum: Die Firma Springer hat vor Jahren eine ehemalige Schottergrube erworben, die sie nun als Bodenaushubdeponie nutzt. Genehmigt sind rund 145.000 Kubikmeter. Geplant war, das Deponiegelände in das gescheiterte Golfplatz-Projekt des Deponie-Unternehmens Huber zu integrieren.

Das Projekt macht technisch Sinn. Mein Mandat ist aber, eine

negative Stellungnahme abzugeben.“ SP-Bürgermeister Roman Stachelberger

Doch nach dem Huber-Konkurs vor einem Jahr war der Plan hinfällig. Nun will Firmenchef Josef Springer seine Deponie der Höhe nach an die benachbarte und mittlerweile spärlich begrünte Huber-Deponie angleichen. Damit könnte er die Deponie um 54.000 bis 66.000 Kubikmeter erweitern.

Doch das Wort „Deponie“ ist nach jahrelangen Querelen mit dem Unternehmen Huber – auch wegen nicht genehmigter Schüttungen – ein Reizwort in der Gemeinde. In einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss wurde im Vorjahr festgelegt, keine Deponie mehr im Gemeindegebiet (inklusive Katastralgemeinde Wienerherberg) zulassen zu wollen.

Bereits am vergangenen Wochenende startete daher die Gemeinde auf Initiative von SP-Bürgermeister Roman Stachelberger eine Unterschriftenaktion gegen die geplante Erweiterung der Springer-Deponie am Pfaffenöden. Deponiebetreiber Josef Springer versteht die Aufregung nicht. Es gehe nicht um eine Erweiterung der Deponie, sondern nur um eine „Angleichung des Landschaftsbildes“. Sprich: Um eine Erhöhung des Deponiegeländes auf das Niveau stillgelegten Huber-Deponie.

Projektwerber will Gegner umstimmen

Bei einem Lokalaugenschein der NÖN scheint das Ansinnen durchaus schlüssig. Das gesamte Gelände fernab jeder Siedlung gleicht einer Mondlandschaft. Ein Deponieberg grenzt an den nächsten.

Die Springer-„Grube“ auf das Höhenniveau der benachbarten Deponien aufzuschütten, macht auch nach Ansicht von Ortschef Stachelberger „technisch einen Sinn. Aber wir haben eben einen Gemeinderatsbeschluss gegen jede neue Deponie und ich habe daher das Mandat, eine negative Stellungnahme gegen das Projekt abzugeben.“

Deponiebetreiber Schiller hofft, die Projektgegner umstimmen zu können. „Wir sind selbst Landwirte und wollen nichts Schlechtes für die Bevölkerung“, versichert er. Sein Plan sei, das Deponiegelände nach der Füllung etwa für eine Fotovoltaikanlage zu nutzen. Dafür wäre „der Standort optimal“, sagt Springer. Auch eine landwirtschaftliche Nutzung wäre möglich, zumal es sich um eine reine Erdaushubdeponie handle, die auch regelmäßig überprüft werde. „Meiner Meinung nach ist der Widerstand eine rein politische Angelegenheit“, glaubt Springer.

Zumindest einige Scharmützel im Vorfeld geben ihm recht. Kurz nachdem bekannt wurde, dass Springer seine Deponie aufstocken will, holte SP-Bürgermeister Stachelberger via Facebook zum Seitenhieb gegen die Opposition (ÖVP und Eber) aus: Wenn es um die Huber-Deponie gegangen ist, habe die Opposition immer laut geschrien. Bei der Springer-Deponie hülle man sich aber in Schweigen.

VP-Ortsparteiobmann Anton Hietz will das nicht auf sich sitzen lassen. Er habe von dem Projekt erst über das Facebookposting von Stachelberger erfahren. „Natürlich sind auch wir gegen das Deponieprojekt und wir unterstützen auch die Unterschriftenaktion der Gemeinde“, versichert Hietz.