Fischamend: Schlagabtausch geht in die zweite Runde. SPÖ-Chef Konecny kritisiert Bürgermeister Ram erneut und beruft sich auch auf Parteifreunde – die dementieren aber.

Von Stefanie Cajka. Erstellt am 12. November 2020 (03:55)
Macht sich mit seinen Aussagen auch in den eigenen Reihen keine Freunde: Bernd Konecny.
Cajka

Vor zwei Wochen kritisierte die SPÖ gegenüber der NÖN die Stadtregierung um Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM) wegen anhaltender Verkehrsprobleme scharf. Rams Konter fiel ebenfalls hart aus – das sorgt nun für Nachwehen.

Der SPÖ-Parteivorsitzende und Gemeinderat Bernd Konecny echauffierte sich darüber, dass der Stadtchef in seiner Stellungnahme inhaltlich auf keinen der Kritikpunkte eingegangen sei. „Er kann nicht kommentieren, die SPÖ ist ahnungslos, ohne auf einen der Kritikpunkte einzugehen“, so Konecny im NÖN-Gespräch. Inhaltlich bleibt er bei seiner Kritik. „Was hat er seit November in Bezug auf die Umfahrungsstraße gemacht?“, fragt Konecny bezüglich der geplanten B260.

Er kritisiert, dass Ram nicht den versprochenen Druck ausgeübt habe. Diesbezüglich habe sich Konecny bei seinem Parteikollegen im Landtag, Gerhard Razborcan, erkundigt. „Er hat gesagt, er konnte in die Richtung nichts ausfindig machen“, erklärt Konecny.

Gerhard Razborcan.
SP

SPÖ-Abgeordneter Razborcan zeichnet hingegen ein anderes Bild: „Nein, ich habe mich auf Anfrage von Herrn Konecny nicht erkundigt. Inwiefern sich Ram bemüht, kann ich nicht sagen.“ Er sieht die Umfahrungsstraße jedenfalls auf einem guten Weg.

Unterschriftenaktion erneut Anlass für Kritik

Einmal mehr kommt Fischamends SPÖ-Chef Konecny auch auf die von Ram im letzten Herbst gestartete Unterschriftenaktion zu sprechen. Deren Ziel war es, die Umfahrungspläne zu beschleunigen. Auch hier beruft sich Konecny auf einen Parteifreund. So hätte ihm zufolge Schwadorfs Bürgermeister Jürgen Maschl die Aktion „belustigend gefunden“, da damals schon festgestanden war, dass die Umfahrung gebaut wird.

Jürgen Maschl.
Novak

Maschl will davon aber nichts wissen: „Das kann ich ganz und gar nicht bestätigen. Im Gegenteil: Wir haben uns dieser Unterschriftenaktion angeschlossen.“ Er betont, dass alle Bürgermeister gemeinsam für die Umfahrung arbeiten und: „Wir lassen uns sicher nicht von Herrn Konecny auseinanderdividieren.“

Stadtchef Thomas Ram sieht sich indes bestätigt: „Herr Konecny ist nicht nur ahnungslos, sondern er verbreitet Falschmeldungen über seine eigenen Parteikollegen und disqualifiziert sich damit selbst. Auch ich kann mich den Kollegen nur anschließen: Wir arbeiten über Parteigrenzen gemeinsam an der Umfahrung und sind bei diesem Projekt auf einem guten Weg.“