Verwirrung um zu hohe Corona-Zahlen. Das Pflegezentrum Maria Lanzendorf als Corona-Hotspot? Glaubt man den kürzlich im "Falter" veröffentlichten Zahlen, dann sieht es so aus. Was aber steckt hinter den 240 Coronafällen, die es im Maria Lanzendorfer Heim gegeben haben soll?

Von Peter Gerber Plech. Erstellt am 01. Februar 2021 (17:38)
Der Haupteingang zum Pflegezentrum Maria Lanzendorf.
Peter Gerber Plech

Veröffentlichte Zahlen in einem „Falter“-Artikel zur Coronasituation im Pflegezentrum Maria Lanzendorf sorgen für Verwirrung. Im auch online publizierten Text unter dem Titel „Die Heimsuchung“ wird erwähnt, dass laut einer internen  – und eigentlich nicht für die Veröffentlichung bestimmten – Cluster-Analyse der Agentur für Ernährungssicherheit AGES im Pflegezentrum Maria Lanzendorf zwischen August 2020 und 21. Jänner 2021 insgesamt drei Cluster mit 240 Coronafällen gegeben haben soll. 

Eine Zahl, die insofern erstaunt, da im Haus an der Hauptstraße in Maria Lanzendorf bei 100prozentiger Auslastung 105 Bewohnerinnen und Bewohner leben. Mit den publizierten Zahlen konfrontiert war das Erstaunen auch bei der für das Pflegezentrum zuständigen adcura-Heimleitung groß. „Insgesamt waren bei uns im Zeitraum ab Ende Oktober bis Ende Dezember 55 Bewohnerinnen/Bewohner und 27 Mitarbeitende von Corona betroffen“, teilte Melissa Wagner, Assistentin der Heimleitung, auf Anfrage der NÖN mit. Vor Oktober 2020 und nach Dezember 2021 habe es im Haus in Maria Lanzendorf keine Coronafälle gegeben, ergänzt Melissa Wagner. 

Die Recherche der NÖN hat zudem ergeben, dass sich die im „Falter“-Artikel erwähnten Cluster und die 240 Coronafälle aus den Pflegeheimen in Maria Lanzendorf, Himberg und Pottendorf zusammensetzen und nicht Maria Lanzendorf alleine betreffen. Der in besagtem Artikel veröffentlichte und in der zugehörigen Grafik wiederholte Satz „in Maria Lanzendorf waren es sogar 240 Fälle“ ist demnach nicht korrekt, vereinfacht dargestellt und letztlich ziemlich verwirrend.